Treibhausgase: Ein Minus, das nicht überzeugen kann

(c) Pixabay

Deutschland meldet ein Minus bei den Treibhausgasen. Aber von einem Erfolg spricht der Energie-Think Tank „Agora“ trotzdem nicht. Im Gegenteil.

Gerade einmal eineinhalb Prozent macht die Verringerung der Treibhausgase aus deutschen Quellen aus – neun Millionen Tonnen. Das entspricht aber weniger als die Hälfte dessen, was im Jahr 2024 an Emissionen eingespart werden konnte. Diese Auswertung hat „Agora“, ein deutscher Think Tank zum Thema Energie, vor kurzem vorgelegt.

Dass die Emissionen überhaupt gesunken sind, wird darauf zurückgeführt, dass die Produktion in der energieintensiven Industrie zurückgegangen ist. Ein zweiter wesentlicher Faktor war außerdem die Rekordproduktion von Photovoltaik-Strom. Dazu kommt noch, dass die kalte Jahreszeit nicht so kalt gewesen ist, weshalb die Zahl der Heizungstage sank.

Verkehrsemissionen steigen

Agora-Schätzungen zufolge sind die Emissionen bei Verkehr und im Gebäudesektor sogar gestiegen. In beiden Bereichen schlug das mit einem Plus von drei Millionen Tonnen (3,2 %) zu Buche. Der Ausstoß im Verkehr ist um zwei Millionen Tonnen größer als 2024.

Aufgrund der EU-internen Verteilung der Reduktionspflichten wird Deutschland somit das zur Verfügung stehende Budget an Treibhausgasen vorzeitig verbraucht haben, sodass CO2-Zertifikate gekauft werden müssen. Agora rechnet damit, dass die Ausgaben für diese Zertifikate 34 Milliarden Euro ausmachen werden.

„Rückgrat der Energiewende“

„Wind- und Solarenergie bleiben auch 2025 das Rückgrat der Energiewende in Deutschland. Allerdings kann der Stromsektor – bisher das Zugpferd der Emissionsminderung – die Versäumnisse beim Umstieg auf Klimatechnologien in Verkehr und Gebäuden nicht dauerhaft ausgleichen“, sagt Julia Bläsius, Direktorin von Agora Energiewende Deutschland.

Solaranlagen sind nach Windstrom zur zweitwichtigsten Stromquelle in Deutschland aufgestiegen. Im Vorjahr sei die durch Windkraftanlagen erzeugte Strommenge nur ganz leicht gestiegen – um 1,5 Prozent -, was aber durch ein starkes Zulegen von Photovoltaik überkompensiert worden ist. Die Emissionsmenge aus dem Energiesektor insgesamt ist somit um drei Millionen Tonnen gesunken.

Stromverbrauch steigt minimal

Gegenläufig zum internationalen Trend steigender Nachfrage ist der Stromverbrauch in Deutschland nahezu gleich geblieben. Der Verbrauch 2025 lag mit 528 Terrawattstunden lediglich um 0,8 TWh über der Produktion von 2024, während die Stromproduktion im Vorjahr ein Plus von 8,2 TWh verzeichnete.

Noch einmal Bläsius: „Bei den 2026 anstehenden Gesetzesreformen in den Bereichen Strom und Wärme kommt es darauf an, die Erfolge der Erneuerbaren in der Energiewirtschaft auszubauen und in den Nachfragesektoren an die positiven Entwicklungen des Jahres 2025 anzuknüpfen.“


Mehr:

web-link Energiewende in Deutschland – Stand der Dinge 2025

 

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