„1,5 Grad werden noch vor 2030 erreicht“

(c) Pixabay

Über drei Jahre hinweg hat sich die globale Durchschnittstemperatur seit 2023 um 1,48 Grad Celsius erwärmt. Die mittlere Erwärmung des Vorjahres war um 0,01 Grad geringer.

Die Zahlen im jüngsten Bericht („Global Climate Highlights 2025“) von Copernicus Climate Change Service, dem Erdbeobachtungsprogramm des Weltraumprogramms der Europäischen Union, lassen keine Zweifel aufkommen: Die Temperaturen sind in Rekordhöhe gestiegen, wieder einmal.

Der Durchschnittswert 2024 blieb nur knapp hinter dem Jahres-Mittel von 2023 (damals 1,48 Grad über dem Schnitt der vor-industriellen Jahrzehnte 1850 bis 1900). Der Copernicus-Bericht ist in enger Kooperation mit der Welt Meteorologie Organisation WMO) der Vereinten Nationen erstellt worden.

Geringere Temperaturen erwartbar

2024 war eine Erhöhung von 1,6 Grad registriert worden. Die Bilanz für 2025 ist ein wenig überraschend, weil dieses Jahr mit La Niña begonnen und geendet hat. Dieses Wetterphänomen, das vor allem das meteorologische Geschehen in Südamerika, Südafrika, Südostasien und die Pazifik-Region um Australien und Neuseeland beeinflusst, ist häufig mit deutlich mehr Niederschlägen und etwas geringeren Temperaturen verbunden.

„Wenn die Erwärmung der Atmosphäre weitergeht wie in den vergangenen 15 Jahren, dann werden wir die 1,5 Grad-Grenze am Ende dieser Dekade erreicht haben“, sagt Samantha Burgess, die Leiterin des Klimaprogramms im Europäischen Zentrum für mittelfristige Wetter-Vorhersagen und stellvertretende Direktorin von Copernicus.

Temperatur-Spirale beschleunigt sich

Als vor zehn Jahren, im Dezember 2015 das Pariser Abkommen beschlossen wurde, rechnete Copernicus damit, dass bei fortbestehendem Tempo der Emissionen von damals die 1,5 Grad-Grenze im Jahr 2045 erreicht werde. Und – theoretisch – wäre es damals noch machbar gewesen, den Temperatur-Anstieg unter 1,5 Grad zu halten, was nun nicht mehr möglich ist, die Temperatur-Spirale dreht sich dafür zu schell.

Die 1,5 Grad-Grenze, die ins Pariser Abkommen geschrieben worden ist, ist ein politischer Kompromiss. Das zeigt schon die Formulierung, die in dem völkerrechtlich verbindlichen Papier festgehalten ist. Demnach solle die durchscnittliche Temperatur deutlich unter zwei Grad gehalten und angestrebt werden, dass der „Temperaturanstieg 1,5 Grad nicht übersteigt“. Bezogen ist diese Ziel-Definition immer auf die vorindustriellen Emissionsmengen, also die Zeit von 1850 bis 1900.

„Jedes Zehntel-Grad zählt“

Dieses Ziel bedeutet allerdings nicht, dass es bei 1,5 Grad durchschnittlicher Erhöhung keine Klimafolgen gäbe. Diesbezüglich war und ist die Wissenschaft eindeutig. Folgen – häufigere und heftigere Unwetter – gibt es auch bereits jetzt.

Nunmehr ist es „unausweichlich, dass die 1,5 Grad-Grenze überschritten wird“, meint Carlo Buontempo, Direktor des Copernicus Climate Change Service. Und weiter: „Es liegt jetzt an uns, wie wir mit dem damit verbundenen erhöhten Risiko der Konsequenzen umgehen.“ Dadurch wird sich die Wahrscheinlichkeit „noch nicht dagewesener Unwetter“ drastisch erhöhen.

Hände in den Schoß zu legen, wäre jetzt allerdings der größte Fehler, so der Tenor bei der Präsentation des Berichts im Jänner. Burgess: „Jedes Zehntel-Grad, das wir vermeiden können, ist wichtig und zählt – vor allem für die Verringerung der Auswirkungen von Extrem-Wetter-Ereignissen.

Celeste Saulo, Generelsekretärin der Welt Meteorologie Organisation (WMO), streicht heraus, dass die Häufigkeit und Heftigkeit von Hitzewellen, Stark-Regen-Ereignissen und tropischer Zyklone „die vitale Notwendigkeit von Frühwarn-Systemen zeigt. Diese Systeme müssen auf- und ausgebaut werden.“


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