Vorsätze ersetzen keine Pflichten. Der Monat geht zuneige, Zeit also für einen Blick zurück und einen nach vorn’. Es ist wieder Zeit für das Letzte.
Nach dem Jahreswechsel ist die Zeit der guten Vorsätze vorbei. Es geht um Umsetzung, um eine konsequente noch dazu. Der Sprung von Dezember in den Jänner hat uns – wenn überhaupt – eines gelehrt: Vorsätze, zu Neujahr oder auch zu anderen Zeiten, sind nur soviel wert wie sie in konkreten Taten münden.
Das war schon 2015 nicht anders als heute. Vor zehn Jahren war es kein Vorsatz, auf den sich Gäste der französischen Hauptstadt haben einigen können, sondern ein völkerrechtlicher Vertrag, mit dessen Unterzeichnung eine Verpflichtung eingegangen worden ist. Das Pariser Abkommen – das mit dem 1,5 Grad-Ziel – ist damit besiegelt worden.
Trotz Utopie kein Misserfolg
Auch wenn die 1,5 Grad aus heutiger Sicht Utopie sind – ein Misserfolg war dieser Vertrag nicht: Denn zumindest hat dieses rapide Steigen der Treibhausgas-Emissionen ein wenig gebremst werden können. Und, nicht zu unterschätzen, durch den in Paris ausgelösten Mechanismus sind Berichts- und Planungspflichten entstanden, die eine Dynamik für sich entwickelt haben. Und damit auch – ein ganz klein wenig – auch ein Problembewusstsein in Kreisen, in denen davor nicht soviel zu sehen gewesen ist.
Um das Klimaziel zu erreichen – eine Erwärmung von weniger als 1,5 Grad Celsius im globalen Mittel –, wird das nicht ausreichen. Das neue Jahr ist noch jung – deshalb ….. Nein, keine Vorsätze jetzt! Sondern einfach Vorhaben, die gestartet und dann auch umgesetzt werden.
Kein Rückgang, keine Trendumkehr
Solche Ankündigungen waren in Österreich nicht zu hören: Denn während noch vor eineinhalb Jahren von einer Trendumkehr die Rede gewesen ist, so hat sich das Blatt in dem für Umwelt zuständigen Landwirtschaftsministerium gewendet. Damit ist jetzt nicht der – aufgrund der durch die parteipolitische Zuordnung des Ressortchefs – vorzunehmende Wechsel von Grün auf Schwarz gemeint, sondern die normative Kraft des Faktischen.
Der Winter war deutlich kälter als in den vergangenen Jahren und der Wald weniger CO2-Senke als erwartet. Das genügt, um die Bilanz über den Haufen zu werfen: Keine Rede mehr davon, dass der „Paris-Pfad“ beschritten wird. Es heißt einfach: Mit den jetzt fixierten Maßnahmen sind die Ziele bis 2030 nicht erreichbar. Ähnliches vermeldet auch der Energie-Think Tank Agora von der Klimatauglichkeit des Programms der deutschen Bundesregierung.
Neue, unumstößliche Fakten
Einer anderen Art der normativen Kraft des Faktischen haben Wissenschafterinnen und Wissenschafter zu Jahresbeginn zutage befördert.
Denn mittlerweile haben sich in diesen ersten vier Wochen wieder die Anzeichen verdichtet, dass das mit dem Klima eine erstere Sache ist, als uns Donald Trump glauben lassen will. Diese Fakten sind unumstößlich.
So hat World Weather Attribution am Imperial College in London gleich zwei Analysen vorgelegt, in denen aus den realen Ereignissen verheerender Wetterlagen in Australien sowie in Mozambique und weiteren Teilen Südafrikas der menschliche Einfluss auf das Klima seit 1900 herausgerechnet worden ist.
Erfrischend Überraschendes zum Schluss
Das Resultat ist in beiden Fällen eindeutig: Die 1,3 Grad mehr, um die menschliche Aktivitäten die Atmosphäre bisher schon wärmer gemacht haben, haben die Wahrscheinlichkeit und die Heftigkeit von Extrem-Wetterlagen sehr stark und deutlich steigen lassen – mehr Hitze in Australien, mehr Stark-Regenfälle im südlichen Afrika, und das eine wie das andere über einen längeren Zeitraum. Katastrophale Situationen vor Ort und tragische Erlebnisse für viele.
Efrischend Überraschendes hat uns dieser Januar auch geliefert: eine Kuh. Sie heißt Veronika, ist in Kärnten zu Hause und führt immer wieder vor, was bisher nicht für möglich gehalten worden ist. Sie benutzt ein Werkzeug- einen Besen, um sich zu kratzen. Wir wissen nicht, ob es eine Laune der Natur und lediglich dieser einen Kärntner Kuh vorbehalten ist, Werkzeug zu benutzen, oder ob diese Fähigkeit allen Rindern zueigen ist. Und wenn ja: Haben sich vielleicht die Rinder dieser Welt abgesprochen und führen uns seit Jahrtausenden an der Nase herum? Vielleicht ist die künstliche Intelligenz nichts im Vergleich zur Intelligenz der Tiere – Wale, Tintenfische, Delphine, und jetzt die Rinder.
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