57,99 Prozent der Menschen ziehen dem Wirtschaftswachstum eine intakte Umwelt vor. Das gilt fast weltweit – Kernaussage einer amerikanischen Studie.
Es sind die Daten von insgesamt 92 Ländern in die Arbeit eingeflossen, die Trisa R. Shrum und Jukka Kilgus – beide forschen an der University of Vermont – zusammengestellt haben. Sie haben bestehende Umfragen analysiert, in denen die Menschen zu Ihrer Einstellung zu Umwelt und Wirtschaft befragt worden sind.
Und: Es sind fast 58 Prozent, die der Umwelt den Vorzug gegenüber dem Wirtschaftswachstum geben. Die Arbeit, die in „Ecological Economics“ veröffentlicht worden ist, vergleicht die Daten, die unter anderen im „World Values Survey“ wie auch im „European Values Survey“ zusammengefasst sind. Die Auswertungen gehen bis in die 1970er Jahre zurück.
„Die Umwelt zu schützen sollte eine selbstverständliche Sache sein, auch wenn dies ein gebremstes Wachstum und ein paar verlorene Jobs bedeutet.“ Diesem Satz stimmen 57,99% der Befragten zu.
„Wirtschaftliches Wachstum und die Schaffung neuer Jobs sollte die Top-Priorität sein – auch dann, wenn darunter die Umwelt leidet, bis zu einem gewissen Grad“: Das sagen 38,55% Die verbleibenden 3,47% haben weder dem einen, noch dem anderen Satz zugestimmt.
Die Präferenz der Umwelt ist vor allem in
- West-Europa,
- Amerika,
- Asien und
- Südost-Asien
weit verbreitet. Im globalen Durchschnitt sind die Linien der Befürworter von Umwelt (und Maßnahmen zu deren Schutz) anders gezogen. Global betrachtet sind es vor allem
- besser gebildete,
- post-materialistische,
- besser verdienende
- eher politisch nach links tendierende, und
- jüngere Menschen,
die für den Schutz der Umwelt eintreten. Die Höhe des Einkommens hat auf diesbezügliche Meinungsunterschiede einen vergleichsweisen geringen Einfluss. Andererseits sinkt das Interesse an der Umwelt in wirtschaftlich schlechteren Zeiten.
Allerdings: Die demographischen und sozio-ökonomischen Faktoren haben andere Effekte auf das konkrete Verhalten der Menschen. Gewarnt wird auch davor, dass die geäußerten Meinung als Zustimmung zu einem Post Growth-Systemwechsel gewertet werden könnten.
Und schließlich: Es gibt auch Paradoxa – etwa, wenn die Befragten den Schutz der Umwelt hoch gewichten, gleichzeitig aber auch Wachstums-Raten um die drei Prozent befürworten.












































































