US-Präsident Trump wird sich da wohl nicht freuen: Kanada und Grönland besiegeln eine bilaterale Kooperation in Sachen kritische Mineralien – quasi ein Kuschelkurs im Eis.
Es ist eine Absichtserklärung, die Anfang März abgeschlossen worden ist, un die Partner dieser „Joint Declaration of Intent) sind das Ministerium für die natürlichen Ressourcen in Kanada und dem grönländischen Ministerium für Wirtschaft, Mineral-Ressourcen, Energie, Recht und Gender Equality. Diese „Nord-Nord-Kooperation“ soll intensiviert werden.
Es geht um eine Zusammenarbeit, die beiden Seiten nützt, konkret um
- eine geologische Kooperation betreffend Energie und bergbauliche Ressourcen
- Installierung von Low Carbon-Anlagen zur Stromgewinnung
- Prüfung von Landschaftsnutzung durch Landschafts-Änderung und Permafrost-Böden, um eine widerstandsfähige Energie-Infrastruktur aufbauen zu können und um eine
- Intensivierung der Zusammenarbeit bei der Entwicklung der Wertschöpfungskette kritischer Mineralien, indem „Best Practice“-Beispiele für Umwelt-, Sozial- und Governance-Standards, -Regulierungen, die bei Förderung und Entwicklung von kritischen Mineralien angewandt werden. Zudem sollen Partnerschaft, Handel und Investitionen kanadischer und grönländischer Firmen ermutigt werden.
Konkret umgesetzt werden soll dies bei
- regelmäßigen Treffen von Regierungs-Vertreterinnen und -Vertretern
- Transfer von geologischem Wissen
- gemeinsame Arbeit an konkreten Projekten und intensiver Austausch von Erfahrungen und Daten
- gemeinsames Auftreten gegenüber Dritten
- Rechtliche Fragen (Lizenzen etc) werden in einem separaten Abkommen geregelt.
- Abschließend wird festgelegt, dass das Abkommen keine rechtliche Verbindlichkeit und keine Verantwortlichen erzeugt, sondern auf Freiwilligkeit basiert.
Analyse
Das Abkommen scheint eher kurzfristig zustande gekommen zu sein: Die bilaterale Absichtserklärung enthält keinerlei Verbindlichkeit und ist auch in keiner Art und Weise auf ein Ziel gerichtet, etwa darauf, den Abbau kritischer Metalle zu forcieren. Es ist vielmehr eine Nachricht: Wir möchten gerne zusammenarbeiten, wissen aber noch nicht konkret wobei, wann und wie.
Hier wurde wohl eine Botschaft gesendet – nicht nach Nuuk, nicht nach Ottawa (wiewohl es bezeichnend sein mag, dass die „Joint Declaration“ nicht in einer der Hauptstädte, sondern in Toronto unterzeichnet worden ist).
Der Empfänger der eigentlichen Botschaft sitzt im Weißen Haus und wollte Grönland den USA einheimsen – wohl eben auch deshalb, weil in Grönlands Boden jede Menge Rohstoffe schlummern, deren Förderung durch den Klimawandel (da und dort) leichter zugänglich sein mag.
Kollateral-Nutzen ist möglich
US-Präsident Trump hat sich dabei weltweit, vor allem in Europa und auch in Grönland kalte Füße geholt – obwohl er sogar versucht hatte, die Grönländerinnen und Grönländer mit einer Pro-Kopf-Prämie von einer Million US-Dollar zu überzeugen, einer Übernahme der eisigen Insel durch die USA zuzustimmen. Weniger vehement, aber doch laut genug hatte Trump zuvor ins Spiel gebracht, Kanada annektieren zu wollen (ohne Millionen-Angebot).
Das kanadisch-grönländische Abkommen zielt also auf zweierlei: Einerseits wird das Abkommen zwischen jenen Partnern geschlossen, die Trump einverleiben wollte. Und andererseits ist ein Signal zumindest hörbar: „Kanada und Grönland sitzen schon am Tisch. Wir sind bereit.“ Konkretes Projekt jedenfalls ist das nicht.
Es gibt einen möglichen Kollateral-Nutzen. Nicht unwahrscheinlich ist, dass die Kooperation mit einem Thema startet: mit den Permafrostböden. Hier sind sowohl Kanada, mehr noch Grönland betroffen, zumal das Auftauen dieser Böden die Infrastruktur beeinträchtigt – Straßen, Häuser und Leitungen können in einem wärmeren Klima destabilisiert werden.












































































