Run auf Bodenschätze beschleunigt sich

(c) Pixabay

Goldene Zeiten erwarten die mehr als 32.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Bergbau-Fachkongresses in Toronto. Die kanadische Regierung rechnet mit Aufträgen in der Höhe von 12 Milliarden Euro.

„Ein deutlicher Energieschub“ sei in der Vorwoche im Convention Centre von Toronto zu verspüren gewesen, meint Karen Rees, Präsidentin der seit 94 Jahren bestehende kanadischen „Prospectors and Developers Association“ (PDAC). Quer durch alle Mitglieder des Verbands der Konzerne, die nach Rohstoffen suchen bzw. sie abbauen, herrsche Optimismus, so Rees.

Souveränität Kanadas

„Regierungen und die breite Bevölkerung wird bewusst, welche vitale Rolle Mineralien für das Wachstum, die Stromerzeugung und die Verteidigung spielten, heißt es in einer PDAC-Aussendung weiter. Der Bergbau-Sektor sei eng verknüpft „mit dem wirtschaftlichen Fortschritt, der Versorgungssicherheit und der Souveränität Kanadas.“

Im Zentrum des heurigen Meetings der Bergbau-Branche stand der Auftritt von Tim Hodgson, des kanadischen Ministers für Bergbau und Rohstoffe. Er kündigte an, dass die kanadische Regierung 30 Kooperationen abgeschlossen habe, um kritische Mineralien abzubauen.

Mehr als zwölf Milliarden

Die Gesamtinvestitionen, die nun fixiert worden seien, betrage etwa acht Millionen Euro. Bereits im Vorjahr waren diesbezügliche Deals mit einem Volumen von etwa vier Milliarden € fixiert worden.

Der Minister kündigte außerdem an, dass 42 Millionen für die Suche nach Mineralien ausgegeben werden sollen; zudem würden weitere sechs Millionen zur Verfügung gestellt, um in Entwicklungsländern Projekte zur Energie- und digitalen Transformation zu finanzieren.

Kanada will „Energie-Supermacht“ werden

Damit unterstütze Kanada die Versorgung mit Rohstoffen, die eine moderne Wirtschaft und die nationale Sicherheit benötigen. Dies verringere die Verwundbarkeit Kanadas und seiner Partner. Betont wird, dass der Abbau „verantwortungsvoll und sicher“ erfolgen werde. Mit dieser Initiative „geben wir der Welt die Rohstoffe, die sie braucht, und Kanada die Sicherheit, die es verdient,“ so Minister Hodgson.

Bezüglich etwaiger Umweltbedenken verweist der Politiker darauf, dass Kanada eine lange Tradition des nachhaltigen Abbaus aufweise und außerdem bei Projekten die First Nations konsequent einbinde. 

Kanada strebt jedenfalls an, eine „Energie-Supermacht“ zu werden und verweist darauf, dass insgesamt 60 verschiedene Mineralien in Kanada abgebaut werden.

34 davon sind als kritische Mineralien eingestuft:

Aluminum

Antimon

Bismuth

Caesium

Chrom

Flussspat

Gallium

Germanium

Graphit

Helium

Eisenerz

Indium

Kobalt

Kupfer

Lithium

Magnesium

Mangan

Molybden

Nickel

Niobium

Phosphor

Platin

Potash

Seltene Erden

Scandium

Siliconmetall

Tantalum

Tellurium

Tin

Titan

Tungsten

Uranium

Vanadium

Zink

Ob ein Mineral als kritisch eingestuft wird, hängt von den folgenden Faktoren ab. Kritisch ist ein Rohstoff dann, wenn

  • die Versorgungskette gefährdet ist,
  • es eine vernünftige Chance gibt, dass Kanada diesen Rohstoff abbauen kann,
  • es wesentlich für Kanadas Wirtschaft und nationale Sicherheit ist
  • es notwendig für die nachhaltige Low-Carbon- und digitale Wirtschaft ist
  • Kanada dadurch zu einem nachhaltigen und strategischen Partner in globalen Versorgungsketten wird

Kritische Mineralien werden unter anderem für diese Produkte benötigt:

  • Winkraftanlagen
  • PV-Zellen
  • E-Autos
  • Lade-Stationen
  • Drohnen
  • SatellitenbilderSmartphones
  • Laptops
  • Daten-Zentren
  • Mobile Netzwerke

Allerdings: Zwischen First Nations und den Betreibern des Mineralien-Abbaus komme es immer wieder auch zu Auseinandersetzungen – etwa wenn es um Fracking geht.

Bitumen-Pipelines bis zum Pazifik

Heftige Kritik seitens der First Nations wird auch an einem Memorandum of Intent zwischen kanadischen Regierung in Ottawa und der Provinz von Alberta geübt. Der im Dezember fixierte Vereinbarung sei weitgehend an den First Nations, aber auch an der Provinz von British Columbia am Pazifik vorbei gegangen.

Einer der zentralen Punkte dieses Vertrags ist eine Pipeline, die täglich Millionen Barrel Bitumen an die Pazifik-Küste bringen soll. Das Projekt hat das label des nationalen Interesses, es kann also mit einer Voraus-Genehmigung umgesetzt werden.

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