2026 wird ein „schwieriges Waldjahr“

(c) Pixabay

Überdurchschnittlich hohe Temoperaturen und wenig Niederschläge schwächen den Wald in diesem Jahr. Daraus leiten Umweltorganisationen Forderungen ab.

2026 könne „ein schwieriges Waldjahr werden“, warnt Karin Enzenhofer, für Wald zuständige Referentin des World Wide Fund for Nature (WWF). Sie glaubt, dass es im Winter teilweise auch überdurchschnittliche Temperaturen gegeben habe, begleitet von geringen Niederschlägen. Die Waldböden seien zu Frühlingsbeginn vielerorts trocken, die Wasserspeicher seien erschöpft.

„Akuter Handlungsbedarf“

Der WWF sieht deshalb einen „akuten Handlungsbedarf“. „Die Zukunft unserer Wälder hängt davon ab, wie gut sie Wasser speichern können. Mehr Naturwälder, eine höhere Artenvielfalt und aktives Wassermanagement machen sie widerstandsfähiger. Zugleich stärken wir damit ihre Rolle als Kohlenstoffspeicher“, so Enzenhofer.

Vor diesem Hintergrund fordert sie, dass die von der EU beschlossene Renaturierung „ambitioniert“ umgesetzt werde. Zudem sollten Maßnahmen gefördert werden, die Wasser im Wald halten. Enzenhofer: „Waldbewirtschaftung und Wassermanagement müssen angesichts der Klimakrise stärker gemeinsam gedacht werden.“

Der Wald im Trockenstress

Sie befürchtet einen ausgeprägten Trockenstress im Wald: hohe Maximaltemperaturen, Ausdunstung der Böden, wodurch die Abwehrmechanismen der Bäume verringert werden. Die Bäume werden anfälliger für den Borkenkäfer-Befall. Der WWF empfiehlt insbesondere diese Maßnahmen:

  • Förderung strukturreicher Mischwälder
  • bodenschonende Bewirtschaftung
  • Rückbau von Entwässerungsgräben sowie das Wiederherstellen kleiner Feuchtflächen.
  • Renaturierung von Moor- und Torfgebieten

„Wird Wasserrückhalt konsequent mit Naturschutz verbunden, bleiben Wälder nicht nur produktiv, sondern werden auch widerstandsfähiger gegenüber Trockenperioden, Starkregen und steigenden Temperaturen”, meint Enzenhofer abschließend. 

Forderung für den Nationalpark Kamptal

Dominik Linhard, Sprecher für Artenvielfalt der Umweltschutzorganisation Global 2000, plädiert zudem für den Erhalt von Naturwäldern und erneuert die Forderung, in Niederösterreich, konkret im Yspertal und im Kamptal einen Nationalpark zu schaffen. Dadurch werden die Ökosystem-Leistungen des Naturwaldes in dieser Region gesichert:

  • Klimaschutz: Alte Wälder binden CO₂ langfristig – in den Bäumen, im Boden und auch im Totholz.
  • Wassermanagement: Intakte Waldböden speichern Regenwasser und sichern sauberes Trinkwasser. Sie wirken als riesiger, lebendiger Schwamm und reduzieren so auch das Hochwasserrisiko.
  • Artenschutz: Alte Bäume und Totholz sind Lebensraum für tausende seltene Tierarten, Pilze und auch andere Pflanzen.
  • Resilienz: Naturwälder erholen sich schneller von Störungen wie Bränden oder Stürmen. Ihre Artenvielfalt sorgt auch für eine hohe Anpassungsfähigkeit an Veränderungen wie den Klimawandel.

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