„Mehr und mehr ist die Erde aus der Balance“

(c) Pixabay

2015 bis 2025 waren die elf heißesten Jahre, seit es Aufzeichnungen gibt. Das ist eine der Kernaussagen des Welt-Klima-Berichts, den die Welt Meteorologie Organisation veröffentlicht.

Erstmals enthält der Welt-Klima-Bericht der Welt Meteorologie Organisation (WMO), einer Unterorganisation der Vereinten Nationen, einen neuen Indikator – jenen der die Ausgeglichenheit des Wärmeflusses darstellt. Darüber gibt es Auswertungen seit 65 Jahren. In einem ausgeglichenen System halten sich die Energie, die zur Erdoberfläche durch die Sonne eintritt, und die Energie, die wieder in das All abgegeben wird, die Waage.

Mehr und mehr ist dies nicht mehr der Fall: Durch die immer größer werdenden Mengen des Ausstoßes von Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4)und Stickstoff-Verbindungen (NOx) wird weniger Wärme ins All reflektiert – das Gleichgewicht in der Atmosphäre wird ausgehebelt, die Durchschnittstemperatur steigt. Die Konzentrationen dieser drei Gase ist höher als zumindest in den vergangenen 800.000 Jahren. Die Zahlen, die Aufschluss über die Zusammensetzung der Atmosphäre Tausende und Hunderttausende in der Vergangenheit sind bekannt durch die Auswertung von Eisbohrkernen.

Ungleichgewicht nimmt stetig zu

Seit es die Auswertung der Balance in der Atmosphäre gibt, zeigt sich deutlich, dass es immer stärker in Richtung Ungleichgewicht geht. Dieser Trend, der seit 1960 zu beobachten ist, hat sich vor allem in den vergangenen zwei Jahrzehnten verstärkt.

Die Ozeane der Welt haben 18-mal mehr Energie aufgenommen als Menschen in einem Jahr verbrauchen. Das Wasser der Weltmeere wird immer wärmer und außerdem saurer.

„Der Zustand des globalen Klimas ist in einem Not-Zustand. Planet Erde wird über die Grenzen hinaus belastet. Bei jedem Schlüssel-Indikator blinken die Alarmsignale Rot,“ sagt António Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen. „Die Menschheit hat gerade die elf heißesten Jahre erduldet. Wenn sich die Geschichte sich elfmal wiederholt, dann ist das kein Zufall mehr. Es ist ein Aufruf zu handeln!“

„Mit den Folgen Tausende von Jahren leben“

„Wissenschaftliche Fortschritte haben unser Verständnis verbessert, wie sich das Energie-Ungleichgewicht entwickelt und welchen Realitäten unser Planet und unser Klima gegenüber sehen“, sagt Celeste Saulo, Generalsekretärin der WMO. „Menschliche Aktivitäten stören zunehmend das natürliche Gleichgewicht. Und wir werden mit den Folgen davon Hunderte und Tausende von Jahren leben.“

Sie berichtet weiter, dass tagtäglich unser Wetter extremer geworden ist. Saulo: „2025 haben Hitzewellen, Waldbrände, Trockenheiten, tropische Zyklone, Stürme und Überflutungen Tausende Menschenleben gekostet. Millionen waren von den Folgen betroffen und die wirtschaftlichen Schäden gingen in die Milliarden.“

Die Aufwärmung der Atmosphäre in Bodennähe – also die Wärme, die Menschen empfinden – macht lediglich ein Hundertstel der überschüssigen Wärme aus. Fünf Prozent ist von den Landmassen aufgenommen worden. Mehr als 91 Prozent werden von den Ozeanen aufgenommen. Die Erwärmung der Ozeane hat sich im Zeitraum von 2005 bis 2025 verdoppelt (gegenüber dem Ausmaß zwischen 1960 bis 2005.

Drei Prozent der überschüssigen Energie erwärmt Eis und lässt es schmelzen. So war die durchschnittliche Ausdehnung der arktischen Eisdecke die geringste oder zweit-geringste Eis-Fläche (Für 2025 liegen noch nicht in allen Bereichen die endgültigen Zahlen vor; Anm.).

„Unsere Sucht destabilisiert“

Im Klimabericht der WMO werden Klima und Gesundheit in einem eigenen Kapitel dargestellt. Aufgezeigt werden, wie steigende Temperaturen, sich verändernde Regen-Muster und Extremwetter-Ereignisse beeinflussen, welche Gesundheitsrisiken entstehen und wo dies der Fall ist, wie tiefgreifend sie sind und wer davon am stärksten betroffen ist.

„Und in dieser Zeit von Kriegen und Klima-Stress zeigt sich auch eine andere Wahrheit: Unsere Sucht nach fossilen Brennstoffen destabilisiert sowohl das Klima als auch die globale Sicherheit. Der Bericht heute kommt mit einer Warnung: Klima-Chaos beschleunigt sich und jede Verzögerung (von Gegenmaßnahmen, Anm.) ist tödlich“, so António Guterres.

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