Mit Frühlingsbeginn kehren auch die Vögel wieder zurück. Aber: Am Neusiedler See ist der Wasserhaushalt nicht in Balance, die salzigen Lacken verschwinden mehr und mehr.
Entwässerungsgräben und erhebliche Entnahmen von Wasser sind die Hauptverursacher, weshalb das Grundwasser im Seewinkel bedenklich niedrig ist. Solche Lebensräume, die vom Grundwasser abhängig sind, waren im 19. Jahrhundert noch häufig – damals hatte es 140 Lacken gegeben, heute sind es nur noch 30. „Und mindestens zehn von ihnen stehen unmittelbar vor dem Verschwinden“, so Bernhard Kohler. Er ist Mitarbeiter des World Wide Fund for Nature (WWF), dokumentiert seit 40 Jahren die Brutbestände im Seewinkel – eine Umwelt, die geprägt ist von salzhaltigen Lacken.
Diese „Sodalacken im Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel zählen zu den bedeutendsten Rast- und Brutplätzen in Europa. Die Austrocknung der Lacken führt unweigerlich dazu, dass Arten gefährdet sind – zum Beispiel der Säbelschnäbler. Dies ist ein hoch spezialisierter Vogel, der mit seinem Schnabel das seichte, salzige Wasser nach Zuckmückenlarven und Urzeitkrebsen durchkämmt.
Vom Winde verweht
Das Sinken des Grundwasserspiegels führt dazu, dass Lacken austrocknen und das Salz vom Winde verweht wird. Das Schwinden des Lebensraums gefährdet nicht nur den Säbelschnäbler, sondern auch zahlreiche andere Lebewesen.
Für Kohler ist der Verlust dieser Sodalacken auch „ein Alarmsignal“ für eine Ära nie gekannter Wasserknappheit im Seewinkel. Deshalb ist die Rückkehr der Vögel im Frühling „mehr als ein Naturereignis, sie ist ein jährlicher Prüfstein dafür, ob es gelingt, die Sodalacken und damit ein einzigartiges Naturerbe Europas zu bewahren.“ Eine der Hauptforderungen ist das Zurückfahren der Entnahme von Wasser für die Bewässerung der Äcker.
Das von der EU co-finanzierte Projekt „Pannonic Salt“ versucht darüber hinaus, das Schwinden der „Sodalacken“ zu bremsen. „Pannonic Salt“ ist ein Life-Projekt, das mit insgesamt zwölf Millionen Euro dotiert ist. Davon kommen neun Millionen aus dem EU-Fördertopf für Life-Projekte. Ziel ist, den Grundwasserstand auf einem höheren Niveau zu stabilisieren. Versuche werden außerdem gestartet, um auf den Äckern jene Kulturpflanzen anzubauen, die an das Klima gewöhnt sind und in der Folge weniger Grundwasser benötigen. Alle Aktivitäten werden von Informations-Veranstaltungen begleitet.
Keine Auswirkung auf den See
Die Neusiedler See und dessen Wasserstand hängen nicht vom Grundwasser-Spiegel im Seewinkel ab. Wasser kommt in den See durch die Wulka und durch Regenfälle.
Mehr:
web-link Life-Programm Pannonic Salt







































































