Der Klimaschutz hat nicht nur Feinde

Zugedeckt von martialischen Fragen und strategischen Debatten, ist in deren Schatten auch ein andere Veranstaltung abgelaufen: der Schutz des Klimaschutzes.

Kein Zweifel: Die Münchner Sicherheitskonferenz, die bis vor zwei Jahren am Interesse einer breiten Öffentlichkeit eher vorbeigegangen ist, hat heute einen anderen Stellenwert. Es sind die martialischen Fragen der Gegenwart, die Erschütterungen der Weltordnung, das Zurückdrängen der „Rule of Law“, der transatlantische Bruch und die vitale Bedrohung der Ukraine, die das Treffen in den Mittelpunkt des Interesses gerückt haben.

Aber es ist, jedenfalls heuer, auch zu einem Treffen geworden, bei dem namhafte Player versucht haben, den Klimaschutz vor seinen Feinden zu schützen. Es geschah im Schatten der geostrategischen und globalen Fragen, und schaffte es nicht wirklich ins Rampenlicht. Aber: Es war mehr als ein Signal, als sich Deutschland und Kalifornien zum Klimaschutz bekannten, ebenso als dies Kalifornien und die EU taten.

Es waren ein informelles Treffen der dritt- und der viert-größten Volkswirtschaft, und die EU war auch am Tisch. Man mag mäkeln, dass Kalifornien und Deutschland ein nicht einmal halb so großes BIP wie China haben und nicht einmal ein Viertel des US-BIP (ohne Kalifornien), aber Kalifornien und die EU überholen gemeinsam China, aber: Ein Signal waren all die Gespräche dann doch.

Ein Signal, das sagt: Der Klimaschutz hat nicht nur Feinde. Und es geht über den Themenbereich des Klimas hinausgeht; betont wurde die Nachhaltigkeit insgesamt, und auch die Notwendigkeit von Maßnahmen zum Erhalt der Biodiversität.

Und schließlich: Diese informellen Gespräche haben auch daran erinnert, dass nicht alle Spitzenpolitiker eine Weltordnung über Bord werfen wollen, die an Regeln und Zusammenarbeit festhält. 

Ein kleines Pflänzchen. Aber immerhin.


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