Fische passen sich an, Fischer nicht so sehr

(c) Pixabay, matthardy

Fische gewöhnen sich über die Zeit an das wärmere Meer, bei ihnen verläuft die Evoliution allerdings anders. Für die Fischerei ist das keine gute Nachricht.

Eine australisch-europäische Kooperation bringt neue Erkenntnisse in der Klimafolgen-Forschung. Ein Team von Wissenschafterinnen und Wissenschaftern der Monash University in Melbourne und der Jagiellonen Universität in Krakau haben ein Modell entwickelt, das mit den Daten von beinahe 3000 Fischarten gefüttert worden ist. In die Arbeit eingeflossen sind außerdem die Fischfang-Entwicklungen in 43 Meeresabschnitten.

Erforschung der Evolution zentral

Annette Bos, Craig White, Dustin Marshall und Jan Kozłowski haben dabei erforscht, in welcher Art und Weise sich unterschiedliche Fischarten angesichts des sich durch den Klimawandel erwärmenden Meeres entwickeln. Bei der Auswertung zeigt sich, dass sich Fische durchaus an den Klimawandel anpassen. Dustin Marshall, Leiter der Forschungsgruppe für evolutionäre ökologische Meeres-Forschung an der Monash-Universität, sagt, dass die Erforschung der Evolution von zentraler Bedeutung ist, wenn es darum geht, Aussagen über die künftigen Ökosystem-Leistungen zu tätigen.

Im Fall der Fische ist dies nun möglich. Die Modelle zeigen, dass sich Fische an das wärmere Meer anpassen können – „Das kann für die meisten Arten gesagt werden“, so Marshall, „allerdings ist das Gegenteil der Fall bei den Ökosystem-Leistung.“ Ökosystem-Leistung bedeutet – auch – Erträge in der Fischerei. Die werden sich nur in eine Richtung an den Klimawandel anpassen – die Erträge werden sinken.

Schneller wachsen, früher altern

Die evolutionäre Anpassung bedeutet konkret, dass Fische schneller wachsen, früher altern, nicht mehr so groß werden wie bisher und sich auch seltener paaren. Das überleben der Arten ist gesichert – die Erträge der Fischerei allerdings nicht. Es sei davon auszugehen, so die Studie, dass die Erträge in vielen für den Fischfang freigegebenen Meeresabschnitten rückläufige Tendenz haben. Die evolutionären Veränderungen führen dazu, dass sich die Erträge künftig halbieren.

Deshalb stellen die Studienautorinnen und -autoren fest, dass „starke Klima-Maßnahmen deshalb von grundsätzlicher Bedeutung sind.“ Nur auf diese Weise seien „widerstandsfähige marine Ökosysteme sowie sichere und nachhaltige Fischfänge für kommende Generationen aufrechtzuerhalten“, so Damian Dowling, Professor am Hub für Klimawandel-Wissenschaften.


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