Streit um den Radweg vor dem Weißen Haus

(c) Pixabay

Die Wogen gehen hoch, denn in dieser Woche will das US-National Park Service in Washington D.C. einen Radweg sperren. Nicht irgendeinen, sondern jenen vor dem Weißen Haus.

Im Herzen der amerikanischen Hauptstadt ließ dieser Sonntag die Wochenend-Ruhe missen: Eine Demonstration war angesagt, die wohl auch ein Indikator für die Diskrepanz zwischen der Trump-Administration und dem ökologisch gesinnten Teil der amerikanischen Bevölkerung ist.

Konkret geht es um einen Radweg in der 15. Straße, den täglich etwa 4.000 Radfahrer nutzen – was übers ganze Jahr gerechnet immerhin fast 1,5 Millionen Pedalritter ausmacht. Dem Radweg, der unter Verwaltung des National Park Service steht, ist eine Pkw-Fahrspur geopfert worden und er verläuft abgetrennt von der übrigen Fahrbahn.

Zentral im Radweg-Netz von D.C.

Zuerst zirkulierten die Gerüchte, schließlich wurde es offiziell, dass dieser Radweg zwischen Constitution Avenue und dem Tidal Basin aufgelassen werden soll. Offiziell begründet wird dies damit, dass mit erhöhtem Verkehrsaufkommen zu rechnen sei und deshalb für die Flüssigkeit des Verkehrs gesorgt werden müsse. Der Radweg führt genau am Weißen Haus entlang.

Dieser Abschnitt – nicht einmal einen Kilometer lang – ist allerdings ein zentrales Stück des Radweg-Netzes in Washington D.C.: Er ist einer der wichtigen Nord-Süd-Verbindungen quer durch die Stadt.

Keine Konkurrenz zum „normalen Straßenverkehr“

Die Sache ist längst zu einem Politikum geworden. Das National Park Service ist dem amerikanischen Innenministerium zugeordnet, längst haben sich auch demokratische Kongress-Abgeordnete zu Wort gemeldet. Auch die „Federal Highway Administration“ hat sich in die Debatte eingeschaltet.

Deren Sprecherin Melissa Braid sagt: „Der Radweg in der 15th Street hat die Fahrbahnkapazität erheblich reduziert. Angesichts bevorstehender Großveranstaltungen – darunter das National Cherry Blossom Festival und die Freedom250-Feierlichkeiten – ist es unerlässlich, den Verkehrsfluss für die Hunderttausenden von Touristen, die dieses Jahr in Washington D.C. erwartet werden, zu verbessern. Radwege müssen den normalen Straßenverkehr ergänzen, und dürfen nicht mit ihm konkurrieren.“

Unfälle und Verletzungen rückläufig

Muriel Browser, Bürgermeisterin von D.C., ist vehement gegen derartige Pläne aufgetreten. Die Demokratin meint in einem Interview mit „WUSA9“, einer lokalen TV-Station: „Die Entfernung des Radwegs würde die Konflikte zwischen Fußgängern, Radfahrern und Fahrzeugen wahrscheinlich erhöhen, insbesondere zu einer der verkehrsreichsten Zeiten des Jahres.“

Sie verweist darauf, dass seit der Einrichtung des Radwegs „die Unfälle um 46 % und die Zahl der Verletzungen um 91 % zurückgegangen. Zusätzlich habe der Radweg auch den Verkehrsfluss verbessert und die Fahrzeiten in beide Richtungen verkürzt.

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