40 Jahre lang mehr Eis in der Antarktis

(c) Pixabay

Anders als durch Klimamodelle angezeigt, haben sich die Eisflächen in der Antarktis mehr als vier Jahrzehnte lang partiell ausgeweitet. Daraus einen Erwärmungstrend abzuleiten, wäre jedoch grundlegend falsch. Das zeigt eine Studie der Stanford University.

Eine wesentliche Rolle bei den Entwicklungen des Klimas über und um den Südpol haben sich ändernde Wind-Muster gespielt, die wiederum entscheidend für die Häufigkeit und Menge an Niederschlägen sind. Ein Team um Earle Wilson hat dabei als eines der ersten Teams von Wissenschaftern und Wissenschafterinnen auf Daten von Bojen zugegriffen, die im Winter unter dem Eis sind, und in den antarktischen Sommermonaten an der Oberfläche schwimmen.

Wilson ist Assistenzprofessor für Erdsystem-Wissenschaften an der Stanford Doerr School of Sustainability und Hauptautor einer vor kurzem in den „Proceedings of the National Academy of Sciences“ veröffentlichten Studie. In der Arbeit wird ein Widerspruch aufgelöst, der seit Jahren die Klimaexpertinnen und -experten beschäftigt hat.

Radikale Wende im Jahr 2016

Trotz sich erwärmender Temperaturen – sowohl global, als auch regional – haben sich seit den 1970er Jahren die vereisten Flächen ausgeweitet, was – auf den ersten Blick – nicht auf eine Erwärmung des Klimas, sondern auf Abkühlung hindeutet. 2016 hat sich dann die Situation deutlich umgedreht – die vereisten Flächen schmelzen seither verstärkt ab. Eine Trendumkehr ist seither nicht festzustellen.

Durch die zunehmenden Niederschläge ist Süßwasser, das weniger dicht ist als salzigeres in tieferen Schichten, an der Oberfläche verblieben. Diese oberste Schicht war den eisigen Winden ausgesetzt, sodass die Eisbildung zunahm. Tiefer liegendes Wasser, das einen höheren Salzgehalt hat, ist zudem um zwei bis drei Grad über dem Gefrierpunkt, sodass sich die beiden Schichten nicht vermischten. In den letzten Jahren hat sich diese Schichtung verstärkt.

Dauerhafte Änderung des Klimas?

Die Veränderung der Windmuster hat sich dagegen um 2015 begonnen umzudrehen. Die abrupte Umkehr der Meereistrends in der Antarktis im Jahr 2016 fiel mit einer dramatischen Abschwächung des zirkumpolaren Westwindjets zusammen, ausgelöst durch atmosphärische Fernwirkungen aus dem tropischen Indopazifik. Dadurch haben sich die Wasser-Schichten durchgemischt, sodass die Wassersäule auch in seiner obersten Schicht wärmer war als zuletzt. Das Schmelzen des Eises begann. Die anhaltende Abnahme des Meereises kann auch darauf hinweisen, dass es eine dauerhafte Veränderung des Klimas im Südlichen Ozean stattfindet.


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