Der Naturschutzbund Österreich fordert eine Stärkung der „grünen Infrastruktur“ – ein Schließen der für Tiere gefährliche Lücken im Netzwerk des (Über)Lebens.
Die Wege der Wildnis sind selten geworden; es gibt Lücken in diesem Netzwerk der den Tieren das Überleben ermöglicht. Sei es auf der Suche nach Nahrung, neuen Revieren und zur Fortpflanzung: Nicht selten gelangen Tiere an den Rand ihres Aktionsradius, weil eine Siedlung, eine Straße oder eine andere künstliche Barriere im Weg ist.
Grünbrücken, Wanderkorridore
In der Debatte um den Bodenverbrauch rückt dieser Aspekt deutlich seltener in den Fokus. Nicht nur Tiere werden in ihrem Lebensraum eingeschränkt, sondern auch Pilze und Pflanzen. Populationen werden dadurch isoliert; schlimmstenfalls sterben Arten aus.
Abhilfe verschaffen zwei Zugänge: Entweder den Bodenverbrauch drastisch zu senken, um Flora und Fauna wieder mehr Raum zu geben, oder Grünbrücken zu bauen. Die Öffnung von Wanderkorridoren stärkt die Biodiversität.
Zersplitterte Zuständigkeiten
Die Biodiversitätsstrategie des Bundes hat als klares Ziel formuliert, dass auf die Vernetzung der Lebensräume hingearbeitet wird. Allerdings klafft zwischen Anspruch und Wirklichkeit ein großer Graben.
Das hat schon der Vorlauf der Biodiversitäts-Strategie gezeigt. Hier gab es heftige Debatten; letztlich mangelt es hier vor allem an klaren Maßnahmen zu einer konkreten Umsetzung.
„Die Planung und Umsetzung einer grünen Infrastruktur scheitert fortlaufend an fehlenden Rechtsgrundlagen, zersplitterten Zuständigkeiten und kurzsichtigen Einzelentscheidungen“, sagt Thomas Wrbka, Präsident des Naturschutzbundes Österreich.
„Der Naturschutzbund fordert mehr Mut und entschiedene Konsequenz für ein stabiles ökologisches Netz, dass das Sterben heimischer Arten stoppt. Dafür braucht es ein bundesweites Naturschutzgesetz, das Korridore zwischen Lebensräumen verbindlich schützt, verpflichtend eine grüne Infrastruktur in der Raumplanung verankert und klare Zuständigkeiten schafft“, so Wrbka.
Mehr:
- news330-link Biodiversität – keine grüne Ampel mehr
- web-link Mehr über Biodiversität































































