Luftverschmutzung: Sieben Millionen Tote

(c) Pixabay

Wenn ein Zehntel der Partikel-Belastung verringert wird, dann könnte der vorzeitige Tod von 513.700 Menschen vermieden werden. Das zeigt eine Studie, die im Januar veröffentlicht worden ist. 

Jährlich sterben etwa sieben Millionen Menschen durch die Feinstaub-Belastung, wenn es sich um kleine Partikelgröße (PM2.5) handelt. Diese Zahl, die unter anderem auch von der Weltgesundheits-Organisation (WHO) verwendet wird, ist ein Mittelwert von Größennordnungen, die in der wissenschaftlichen Literatur genannt wird. Hier findet sich eine Bandbreite zwischen drei und zehn Millionen Todesfällen bei einem relativen Anteil von sieben bis 18 Prozent an der globalen Sterblichkeit. 

Neu-Delhi, Moskau, China

Ausgewertet wurden die Emissionen von primärem PM2.5 , Ammoniak, Stickstoffoxiden und Schwefeldioxid. Am stärksten betroffen von diesbezüglicher vorzeitiger Sterblichkeit sind die Ballungsräume Chinas, Neu-Delhi und das Gebiet östllich von Moskau.  Eine Studie am Department of Civil and Environmental Engineering der Carleton University in Ottawa, die gemeinsam mit der Environment Protection Agency (EPA) in den USA durchgeführt worden ist, hat die diesbezügliche Situation auf der Nordhalbkugel analysiert. 

Lead-Autor Amir Hakami und die vier Mitautoren stellen in ihrer Arbeit fest, dass in China 183.760 länger am Leben bleiben könnte, wenn die Schadstoffbelastung um ein Zehntel verringert wird. In Indien könnte das Leben von 123.440 Menschen länger dauern. In den übrigen Staaten würden mehr als 200.000 Menschen ein längeres und gesünderes Leben leben.

Nordamerika, Indien: 177 Millionen

Die Wissenschafter haben auch versucht, die finanziellen Auswirkungen auszurechnen. Demnach wären die diesbezüglichen Ersparnisse (etwa durch geringere Behandlungskosten und die längere Produktivität) in Europa signifikant hoch (mit 252 Millionen Dollar, während China mit 365 Millionen das größte Potential aufweist. In Indien wären bei zehn Prozent weniger belasteter Luft ein finanzieller Vorteil von 175 Million zu verbuchen – ähnlich wie in den USA und Kanada, wo die Folgekosten der Verschmutzung um 177 Millionen geringer wären. 

Insgesamt ist es allerdings auch stark von der verursachenden Substanz abhängig, wie stark die Gesundheit beeinträchtigt, das Leben verkürzt werden und Folgekosten steigen. Die schlechteste Ausiwkrung haben primäres PM2.5 und Ammoniak. Die gesamte derzeitige Schadstoffbelastung wird auf der Nordhalbkugel auf 1,2 Billionen US-Dollar geschätzt. 

Landwirtschaft: 290 Milliarden

In der nördlichen Hemisphäre ist der stärkste Verursacher von Staubpartikeln und Vorläufersubstanzen die Luftschadstoffe aus der Landwirtschaft, Würden diese Emissionen um ein Zehntel sinken, dann bedeutete dies – rechnerisch – 95.000 vorzeitige Todesfälle weniger und 290 Milliarden Dollar an Einsparungen mehr. 

Die Studienautoren mahnen allerdings auch zur Vorsicht in Bezug auf die Vergleichbarkeit ihrer Studie mit anderen. Einreseits gibt es bei anderen Arbeiten methodologisch andere Zugänge. De finanziellen Berechnungen können außerdem an mit dem Bruttonationalprodukt eines Landes gekoppelt sein, wodurch die Vergleichbarkeit von Folgekosten beeinträchtigen kann. Und schließlich: Diese Arbeit untersucht vier Schadstoffe – und eben nicht mehr. Die Belastung durch Gesundheitsbeeinträchtigungen und Folgekosten könnten also noch steigen. 


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