Weniger Treibhausgase: Brandenburg fühlt sich auf Klimakurs

(c) Pixabay

Ein Minus von immerhin vier Prozent steht beim Vergleich der Klimadaten von 2024 und 2023. Das deutsche Bundesland hat mehr als halb so viel Emissionen wie Österreich, mehr als die Schweiz und weniger als ein Zehntel der deutschen Gesamt-Emissionen.

2024 wurden durch menschliche Aktivitäten in Brandenburg 54,6 Millionen Tonnen Treibhausgase verursacht. Die wesentlichen Komponenten sind vor allem Kohlendioxid und Methan. Gegenüber dem Jahr zuvor ist der Ausstoß an CO2-Äquivalenten um 2,4 Millionen Tonnen gesunken. Die Emissionen sind auf einem Tiefstand angelangt – und unter dem Wert von 1990 – in der Klimadebatte ist dies das international vereinbarte Refernzjahr für die Entwicklung der Emissionen.

„Ein Spitzenplatz“

Klimaschutzminister Daniel Keller (SPD) erklärte bei der Präsentation der Klimabilanz 2004: „Wir sind in Brandenburg auf einem guten Weg, was die Senkung unserer Treibhausgasemissionen angeht. Im Vergleich der Bundesländer belegt Brandenburg den Spitzenplatz bei der absoluten Senkung der Pro-Kopf-Emissionen gegenüber 1990.“

Und: „Im gesamten Betrachtungszeitraum sehen wir, dass sich die Entwicklung der Emissionen und das Wirtschaftswachstum des Landes stärker entkoppeln. Das ist ein beachtlicher Erfolg, auf den wir stolz sein können. Denn damit beweisen wir, dass Wirtschaftswachstum und die gleichzeitige Senkung von Treibhausgasemissionen möglich sind.“

47 Prozent durch Energieproduktion

Die Energiewirtschaft ist mit Abstand der größte klimarelevante Emittent und verursacht 47 Prozent des Treibhausgas-Mixes. Seit 1990 hat sich der Ausbau der Müllverbrennung beschleunigt – deren Emissionen scheinen nun im Energiesektor auf, während jene von Abfall und Abwasser um nicht weniger als um 99 Prozent gesunken sind – damit hat dieser Sektor bereits das für 2030 definierte Ziel um zwei Drittel unterboten.

Während der Energiesektor 2024 mit einem Minus von einem Zehntel der Emissionen abschloss, hat die Industrie um acht Prozent zugelegt. Insgesamt verursacht die Industrie 14 Prozent aller brandenburgischen Emissionen.

Verfünffachung des Flugverkehrs

Verkehr ist für 12 Prozent verantwortlich und zweifelsohne ein Sorgenkind. Während Emissionen aus Küsten- und Binnenschifffahrt eine vernachlässigbare Größe ausmachen, und auch der Schienenverkehr nur magere 0,1 Prozent der CO2-Äquivalente verursacht (eine Halbierung gegenüber 1990), so haben Straßen- und Luftverkehr zugelegt. Auf der Straße gibt es eine Verdoppelung (auf 6,6 Prozent), bei den Emissionen aus dem Luftverkehr eine Verfünffachung (auf 1,9 Millionen Tonnen).

Besorgniserregend ist auch die Entwicklung der Wälder. Haben sie noch in den 1990er Jahren beinahe eine Garantie dafür geliefert, dass Bäume und vor allem Waldboden gut für die Senke von bis zu 8,8 Millionen Tonnen CO2 gut waren, so ist diese Gewissheit mittlerweile ein Ding der Vergangenheit. Wälder sind nunmehr fast jedes Jahr eine Kohlenstoff-Quelle.

Netto-Null bis 2045

Im Klimaplan von 2024 sind die Ziele Brandenburgs festgeschrieben: Demnach sollen die Treibhausgas-Emissionen bis 2030 um fast drei Viertel sinken (gegenüber 1990). Bis 2040 soll dann ein Minus von 95 Prozent erreicht werden, 2045 dann die Netto-Null. Im Klimaplan sind auch Ziele für die einzelnen Sektoren vorgeschrieben.

Die Pro-Kopf-Emissionen liegen in Brandenburg bei 16 Tonnen. Und zu guter Letzt weist die Klimagasinventur 2024 auch die Höhe der Folgekosten eines sich verändernden Klima aus: In einer vorläufigen Berechnungen für 2024 (und 2023) werden sie mit 9,9 Milliarden Euro angegeben (2023: 10,2 Mrd. €). In dieser Größenordnung beliefen sich die Folgekosten für die Jahre 1999 bis 2009. Sie schnellten dann bis 11,7 Milliarden im Jahr 2018 hoch, ehe sie Corona-bedingt bis 2020 sanken, dann wieder stiegen und sich seit 2022 weitgehend seitwärts bewegen.


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