Deutschland ist schlecht dran, die Schweiz nicht viel besser, Österreich schafft es auch nicht über die Jahreshälfte hinaus. Alle drei Länder verlieren die Energie-Unabhängigkeit noch in der ersten Hälfte des Jahres.
„Independence Day“ war nicht nur ein Kino-Kassenschlager, sondern auch ein Datum, das sich vielen ins Gedächtnis eingeprägt hat. Bei einem Abhängigkeitstag ist das dagegen nur bei vergleichsweise wenigen Menschen der Fall.
21. und 27. April, 30. Mai
Es geht um jenen Tag, bis zu dem die Unabhängigkeit auf dem Energiesektor gewährleistet ist. Es ist ein rein rechnerischer Wert, der vom Gesamtenergieverbrauch eines Landes ausgeht und die heimische und importierte Energie summarisch aufs ganze Jahr aufteilt. Wenn die Menge der Energie aus heimischen Quellen überschritten wird, dann sind die Tage der Energie-Unabhängigkeit vorüber, die Abhängigkeit beginnt. In der Praxis verteilen sich importierte Energie und eigene Produktion gleichmäßig aufs Jahr.
Im deutschsprachigen Raum ist es mit der energetischen Unabhängigkeit schon früh zu Ende: Seit 21. April ist Deutschland von ausländischer Energie abhängig. In der Schweiz kommt dieser Tag um eine Woche später, 27. April. Und auch Österreich schafft es nicht in die zweite Jahreshälfte. Am 30. Mai ist es zwischen Neusiedler und Bodensee mit der energetischen Unabhängigkeit vorüber.
Öl, Gas, Uran
Das sind Ergebnisse einer Analyse, welche die Schweizer Energiestiftung erstellt und soeben veröffentlicht hat. Bei den Daten fließt nicht nur die Stromproduktion ein, sondern es werden auch die Wärmeproduktion und vor allem die Mobilität berücksichtigt.
In der Schweiz treibt die Abhängigkeit von ausländischen Energieressourcen Gas und Öl sowie Brennstäbe von Atomreaktoren an. Somit ist die Schweiz im Energiesektor zu mehr als zwei Drittel (67,6 %) abhängig. Lediglich ein Drittel kommt aus Schweizer Quellen – insbesondere Wasserkraft, Brennholz, Müll, Abwärme und Solar.
Abhängigkeit kostet fast 9 Mrd. €
Die Performance der Eidgenossen ist zwar noch nicht wirklich gut, wohl aber in den vergangenen Jahrzehnten deutlich besser geworden – 2001 schaffte es die eigene Produktion lediglich, ein Fünftel des inländischen Bedarfs zu decken. Von diesen 20 Prozent hat sich die Schweiz mittlerweile deutlich absetzen können – auf nunmehr 32,4 %.
Die Stiftung hat auch berechnet, wie viel die Importe kosten: Rohöl und dessen Derivate schlagen mit 6,17 Milliarden Schweizer Franken zu Buche, Erdgas mit 1,94 Milliarden, Brennstäbe mit 119 Millionen – insgesamt fast 8,3 Milliarden Franken (8,98 Mrd. €)
Uran zu 40 Prozent aus unsicheren Staaten
Ein Viertel der Uranimporte in die EU stammt aus Kasachstan und ein Sechstel aus Russland; die andere Hälfte kommt aus Kanada und Australien. In der Studie heißt es weiter, dass der russische Anteil am Uran zwar stetig abnehme, jedoch spielt Russland für die europäischen Atomkraftwerke immer noch eine wichtige Rolle in der Uran-Konversion und bei der Uran-Anreicherung.
Mehr:
























































