Vor allem lungengängige Partikel und bodennahes Ozon können in den kommenden Jahrzehnten eine Beeinträchtigung der Luftqualität nach sich ziehen, zeigt eine Studie, die auf Nord-Amerika fokussiert. Auch in Europa gibt es Belastungen.
Ohne Verringerung des Ausstoßes von Schadstoffen (insbesondere PM2,5 und bodennahes Ozon) wird die Luftqualität der Vereinigten Staaten merklich sinken. Das ist die Kernaussage einer Studie, die Wissenschafter und Wissenschafterinnen der University of Waterloo in Kanada, der Harvard-University, University of California und North Carolina State University vor kurzem veröffentlicht haben.
100 Millionen leiden an verschmutzter Luft
Für die USA werden demnach für die Periode zwischen 2036 bis 2065 zwischen 40 und 50 Millionen Amerikanerinnen und Amerikaner als gefährdet eingestuft, die gesundheitliche Folgen durch Luftverschmutzung zu tragen haben. Berechnet wurde dann auch, dass zwischen 2086 und 2115 die Zahl der Gefährdeten auf etwa 100 Millionen steigen könnte. In den Jahren 1981 bis 2010 waren es deutlich weniger als 20 Millionen.
Die Berechnungen beziehen sich auf eine statische Bevölkerung – ohne Zu- oder Abnahme und ohne eine Verschiebung der Alters-Kohorten. Ergeben sich dabei Veränderungen, so ist zu befürchten, dass die Belastungen der Gesundheit insbesondere von älteren Menschen um ein Sechsfaches steigt – verglichen mit einem Szenario, in dem aktiv etwas gegen die schlechte Luft unternommen wird – dies reicht von politischen Maßnahmen wie auch dem Entschluss, nicht nach Draußen gehen oder im Freien eine Maske zu tragen, um sich vor PM2,5 und Ozon zu schützen.
Als immer entscheidender werdenden Verursacher sind Waldbrände anzusehen, die für die Verschlechterung vor allem in Kanada verantwortlich ist. Klimawandel kann die Erfolge der vergangenen 50 Jahre, die Luft sauberer zu machen, halbieren.
Europa: Auch nicht rosig
In Europa stellt sich die Situation anders dar, ist aber in keinerlei Hinsicht als rosig zu bezeichnen. Die Europäische Umweltagentur hat errechnet, dass die Zahl der vorzeitigen Todesfälle, die durch lungengänge Partikel (PM2,5) verursacht worden sind, im Jahr 2023 182.000 Menschen ausgemacht hat. 34.000 werden dem Reizgas Ozon zugeschrieben, und die Zahl deren, deren Leben durch Stickstoffoxide verkürzt wird, liegt bei 63.000 – insgesamt 279.000 Menschen.
Nur vorsichtiger Optimismus ist deshalb angebracht: „Von 2005 bis 2023 ist eine Verbesserung ersichtlich – die Zahl der Todesfälle, die PM2,5 zugerechnet werden, ist um 57 Prozent gesunken – und hat damit gerade noch das Etappenziel des „Zero Pollution Action Plan“ erreicht, der Ziele bis 2030 vorgibt. Das PM2,5-Etappenziel war ein Minus von 55%.
Luftverschmutzung macht krank. Die Schadstoffe verursachen bzw. verschlimmern Asthma, andere Atemwegserkrankungen, Herzkrankheiten und Diabetes. Menschliches Leid wird verursacht, aber auch erhöhte Kosten im Gesundheitswesen. Die Betroffenen sind nicht auf alle Bevölkerungsschichten gleichmäßig verteilt; schwächere sozio-ökonomische Gruppen sind stärker davon betroffen, weil sie tendenziell länger den Folgen ausgesetzt sind, die verschmutzte Luft hat. Und zu alledem: Die Volkswirtschaft wird durch Krankheiten, Behandlung und verlorene Lebensjahre belastet. Last but not least: Luftverschmutzung schädigt auch Boden, Vegetation und Ökosysteme.
Mehr:






























































