Bitterer Beigeschmack wird noch bitterer. Wie das?

Klima, Busse und Tirana. Der Monat geht zuneige, Zeit also für einen Blick zurück und einen nach vorn’. Es ist wieder Zeit für das Letzte.

Legen wir gleich einen Zwischenstopp im Juni ein und achten wir darauf, was sich zwei Wochen lang in Bonn zugetragen hat. Dort war wieder die Vorbereitung der nächsten Klimakonferenz angesagt, die Ende November in Antalya in Szene gehen wird. Die Delegationen hatten nicht nur den bitteren Beigeschmack von Belém noch in bester Erinnerung, sondern bald auch Ursachen, auch am Rhein erneute Bitterkeit zu verspüren.

Mit angezogener Handbremse

Waren es auf der 30. Klimakonferenz das Scheitern des Versuchs, die fossilen Energien im Schlusspunkt als Verursacher der Klimakrise zu benennen, so war ein halbes Jahr später in Bonn von Anfang nur noch ein Verhandeln mit angezogener Handbremse zu erkennen.

Es ging nichts weiter, manchmal waren sogar die Schritte zurück die Folge. So zum Beispiel blieb der in Belém gesetzte Rahmen für „Global Goal of Adaptation“ (GGA) nicht weiter befüllt. Hier sollten Indikatoren verhandelt und festgesetzt werden, an Hand derer eine Anpassung an den Klimawandel bewertet werden kann. Aber: In Bonn war es nicht einmal möglich, die Taskforce, die die Formulierung der Indikatoren hätte in Angriff nehmen sollen, zu gründen. Dieser Versuch wird nun vertagt – auf die Zeit nach der kommenden Klimakonferenz. Geld hat dabei natürlich auch eine Rolle gespielt – die Entwicklungsländer hatten eine Verdreifachung der Summe gefordert.

Frontal-Crash vermieden

Die eingeübte Diplomatie hat den Frontal-Crash vermieden: Denn wenn gar nichts mehr weiterging, zog man sich auf die Formulierung zurück, man werde bei der nächsten Gelegenheit „an die Fortschritte bei den Bonner Verhandlungen“ anschließen.

Nur ein zartes Pflänzchen kam durch: die Einigung, dass die UNEP (United nations Environment Programme) auch weiter Gastgeber des Klimatechnologiezentrums (CTC) sein werde. Ein Scheitern in Bonn hätte die Bereitstellung technischer Unterstützung für Entwicklungsländer im Jahr 2027 gefährdet.

Knautschzone für’s nächste Mal

Immerhin. Trotzdem war die Stimmung durchaus gedrückter als zu Beginn der zweiwöchigen Verhandlungen. In den Schlussstatements gab es wechselseitige Vorwürfe, Fortschritte bei den Verhandlungen zu boykottieren. Und es gab auch Hinweise darauf, dass das Stocken in Bonn auch wieder nicht so tragisch sei, weil COP 31 in Antayla ohnehin nicht von ausgeprägter Bedeutung sein werde als die danach folgenden Klimakonferenzen. Knautschzone für’s nächste Mal.

Während in Bonn also auf Geduld gemacht wird, hat das World Weather Attribution (WWA) einen gänzlich anderen Blick auf das Thema. Das WWA hat Studie um Studie publiziert, in denen ein Muster der Beschleunigung und ein Muster der Verschärfung abgebildet. Und das WWA des Imperial College in London liefert mal um mal den Nachweis, dass diese Entwicklung der menschlichen Einflusses auf das Klima ist.

Wettbewerb der Haltestellen

Dass Lösungen weder kompliziert noch unerschwinglich teuer sein müssen, zeigt der Verkehrsclub Österreich (VCÖ). Er hat dazu aufgerufen, jene Haltestellen zu benennen, die einen Mangel aufweisen – sei es bloß, dass der Regenschutz fehlt oder beeinträchtigt ist. Von den mehr als 35.000 Haltestellen werden 4.500 bemängelt. Gefordert wird auch mehr Grünraum im Straßenraum, insbesondere bei Parkplätzen. Bleibt abzuwarten, wie konsequent die Gebietskörperschaften und die Öffi-Betreiber die vergleichsweise geringen Summen investieren, um Verbesserungen in Angriff zu nehmen.


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