Extremereignisse, die auf Klimaänderung zurückzuführen sind, setzen mehr als einem Drittel der Landtiere zu. Zu diesem Ergebnis kommt eine vor kurzem fertiggestellte Studie.
„Der Klimawandel und insbesondere Extremereignisse werden in der Naturschutzplanung immer noch stark unterschätzt. Dabei geht es um so viel mehr als eine schleichende Veränderung der Temperatur“, sagt Stefanie Heinicke, Postdoktorandin am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Heinicke ist Leitautorin der Arbeit, die vor kurzem im Fachjournal „Nature Ecology & Evolution“ veröffentlicht worden ist.
Extem-Szenario bis 2050
Gegenstand der Arbeit war auch, ein Szenario ungebremster Erwärmung zu verfolgen und die Ergebnisse zu analysieren.
Demnach sei im Jahr 2050 damit zu rechnen, dass
- 74 Prozent der Lebensräume von Hitzewellen bedroht,
- 16 Prozent von Waldbränden gefährdet,
- acht Prozent von Dürren und
- 3 Prozent von Flussüberschwemmungen betroffen seien, so die Studie.
Am stärksten betroffen von Extremereignissen sind die Populationen im Amazonasbecken, in Afrika und in Südostasien. In diesen Regionen gibt es auch die größte Vielfalt an Arten. Die Gefährdung betrifft mehr als ein Drittel der Arten – exakt 36 Prozent.
Mehr Extrema, mehr Rückgänge
Aus früheren Studien ist bekannt, dass nach Waldbränden in Australien in den Jahren 2019 und 2020 in Gebieten, in denen es zuvor eine Dürre gegeben hat, die Rückgänge bei Pflanzen- und Tierarten um 27 bis 40 Prozent stärker gewesen sind als in Regionen, in denen es im Vorfeld keine extremen Wettereignisse gegeben hatte.
Die Arbeit betritt auch Neuland, zumal nicht nur Klimadaten herangezogen wurden, sondern auch die Ergebnisse von Klimafolgen-Modellen. Sie liefern Daten zu komplexen Klimaauswirkungen, die über die reine Erwärmung hinausgehen – zum Beispiel in Bezug auf Überschwemmungsgebiete und Waldbrände.
Reduktion auf ein Viertel
Dem Extrem-Szenario hat das Team von 18 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern eines gegenübergestellt, in dem eine ernsthafte Klimapolitik verfolgt wird – konkret indem eine Netto-Null-Emission rasch erreicht wird. Auf diesem Weg könnte erreicht werden, dass im Jahr 2085 nicht 36 Prozent, sondern lediglich neun Prozent der Lebensräume der an Land lebenden Tiere von mehrfachen Extremereignissen beeinträchtigt werden. Heinecke: „Wir können einen großen Unterschied bewirken, wenn wir die Emissionen ab heute so schnell wie möglich senken.“
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Kurz-Video der Leitautorin Stefanie Heinicke























































