Der „Zustand von Europas Klima“ lässt keinen Zweifel aufkommen, wie tiefgreifend sich das Klima Europas bereits verändert hat. So liegen etwa die Wassermengen in elf Monaten unter dem langjährigen Durchschnitt.
„Rapide Erwärmung in Europa verringern Schnee und Eis, während gefährlich hohe Lufttemperaturen, Dürren, Hitzewellen und Rekord-Temperaturen der Ozeane die Regionen von der Arktis bis zur Mittelmeer beeinträchtigen.“ So umschreibt das „Europäische Zentrum für mittlere Wetter-Prognosen“ (ECMWF) im neuesten Bericht „Zustand von Europas Klima“.

Daten stammen vom EU-finanzierten „Copernicus Klimawandel-Dienst“ und der Welt Meteorologie Organisation (WMO); an der Studie haben mehr als 100 Expertinnen und Experten mitgearbeitet. Die Erkenntnisse sind unter anderem:
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Mindestens 95 Prozent Europas sind von Temperaturen über dem langjährigen Durchschnitt betroffen;
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Eine dreiwöchige Hitzewelle mit Temperaturen von mehr als 30 Grad Celsius hat die Region um und in der Arktis heimgesucht;
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Gletscher haben deutlich an Masse verloren. Das Grönland-Eis hat um 139 Milliarden Tonnen Eis verloren – soviel Eis, wie alle alpinen Gletscher enthalten;
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die Temperatur an der Meeresoberfläche erreichte einen Rekordwert – 86 Prozent der Regionen erlebte „strenge“ marine Hitzewellen;
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auch Waldbrände haben eine Rekordausdehnung erreicht – mit mehr als 1,03 Millionen Hektar;
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Wassermengen in Flüssen waren elf Monate hindurch unter dem Durchschnitt;
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beobachtet wurde auch, dass die Hitze immer stärker der Biodiversität zusetzt.
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Stürme und Überflutungen betreffen quer durch Europa Abertausende, jedoch waren diese Extremwetterereignisse nicht ganz so häufig wie 2024;
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Die Stromversorgung ist beinahe zur Hälfte (exakt: 46,4%‘Prozent) aus erneuerbaren Quellen gedeckt worden; Photovoltaik allein hat einen neuen Rekordwert von 12,5 Prozent erreicht.

Während die globale Temperatur innerhalb einer Dekade um 0,27 Grad Celsius gestiegen ist, so ist dieses Ausmaß in Europa mehr als doppelt so hoch: In Europa steigt die Durchschnitt um 0,56 Grad, in der Arktis sogar um 0,75 Grad. Florian Pappenberger, General-Direktor des ECMWF: “Europa ist der sich am schnellsten sich erwärmende Kontinent, und die Auswirkungen sind schon jetzt ernst.“ Und WMO-Generalsekretär Celeste Saulo sagt, dass der Bericht „zeigt, wie stark sich die Klimaänderungen auf die Biodiversität auswirkt.”

Bei der Erwärmung der arktischen Regionen wirkt sich mittlerweile auch deutlich das Schwinden von Eis und Schnee aus, wodurch sich weiße Oberfläche zurückzieht und somit der „Albedo“-Effekt abnimmt – die Reflexion der Energie ins All. So waren im März des Vorjahres 1,32 Millionen Quadratkilometer weniger von Schnee bedeckt als dies durchschnittlich der Fall ist – 31 Prozent der von Schnee und Eis bedeckten Region, was rechnerisch der Größe Frankreichs, Italiens, Deutschlands, der Schweiz und Österreichs entspricht. Samantha Burgess, Leiterin der Klima-Strategie beim ECMWF: „Klimawandel ist nicht eine künftige Bedrohung, sondern eine Realität der Gegenwart.“

Auch die Meere, die 90 Prozent der vom Menschen verursachten Hitze aufnehmen, waren im Vorjahr durch Rekordwerte gekennzeichnet. 2025 brachte einen Rekordwert bei der Temperatur der obersten Meeresschicht – marine Hitzewellen haben 86 Prozent der europäischen Meere betroffen – bei 36 Prozent liegt eine „ernste“ oder „extreme“ Belastung vor.

Die EU hat sich zu verpflichtenden Zielen bei der Re-Naturierung bekannt, unter anderem, ein Fünftel der Land- und Meeresflächen bis 2030 und „alle beeinträchtigten Ökosysteme“ bis 2050 zu re-naturieren. Der Bericht hebt Bemühungen hervor, die bisher in Angriff genommen worden seien, aber: „Europa muss schneller mehr und besser sein, um die Natur und die Biodiversität zu schützen.
Mehr:
web-link Bericht: Zustand von Europas Klima“
























































