Treibhausgas-Emissionen grob unterschätzt

(c) Pixabay

Eine US-Universität findet heraus, dass in den USA die Emissionen von Kohlendioxid aus dem Verkehr grob unterschätzt worden sind.

Seit September 2021 veröffentlicht „Climate Trace“ relevante Daten über die Treibhausgase, aber auch andere Stoffe – weltweit. Quellen sind mehr als 100 Die Daten werden unter Zuhilfenahme von Künstlicher Intelligenz aufbereitet. Die bisher neueste Version des Datenpakets ist im Februar 2026 veröffentlicht worden. „Climate Trace“ wird unter anderem von Al Gore unterstützt, dem ehemaligen VizePräsidenten während der Präsidentschaft von Bill Clinton (1992 – 2000).

Um 70 Prozent unterschätzt

Die Northern University von Arizona hat nun in einer Studie die „Trace“-Daten auf den Prüfstand gestellt. Das überraschende Ergebnis: Der Ausstoß des Verkehrs in amerikanischen Städten ist bei „Trace“ um 70 Prozent unterschätzt worden.

Das ist das Hauptergebnis dieser Arbeit, die Kevin Gurney, Professor an der School of Informatics, Computing und Cyber Systems der Northern Arizona University initiiert hat. Sie wurde nun in den „Environmental Research Letters“ veröffentlicht. Mitgearbeitet haben Bilal Aslam and Pawlok Dass.

Neue Forschungsergebnisse der Northern Arizona University zeigen, dass die vom Climate Trace-Konsortium – unterstützt und mitbegründet vom ehemaligen Vizepräsidenten Al Gore – erstellte globale Datenbank für Treibhausgasemissionen die Kohlendioxid-Emissionen von Fahrzeugen in Städten um durchschnittlich 70 % unterschätzt worden sind. Professor Kevin Gurney von der School of Informatics, Computing, and Cyber ​​Systems (SICCS) der Northern Arizona University (NAU) veröffentlichte jetzt in den Environmental Research Letters Ergebnisse einer Analyse der Kohlendioxid-Emissionen (CO₂) von Pkw und Lkw in der kürzlich veröffentlichten Climate-TRACE-Datenbank. Bereits davor ist eine Studie durchgeführt worden, bei der ähnliche Abweichungen festgestellt worden sind.

Unterschätzung möglicherweise weltweit

„Angesichts der Bedeutung der CO₂-Emissionen von Fahrzeugen in Städten haben wir die Climate-Trace-Daten, die auf vielversprechenden neuen Ansätzen der künstlichen Intelligenz basieren, sorgfältig geprüft“, wird Gurney, der seit Jahrzehnten in der Klimawissenschaft verankert ist und auch an einigen IPCC-Bericht mitgearbeitet hat, in einer Meldung der Universität zitiert. „In Kombination mit unserer vorherigen Studie zu den CO₂-Emissionen von Kraftwerken deuten unsere Ergebnisse darauf hin, dass die Climate-Trace-Daten mehr als die Hälfte der CO₂-Emissionen aus fossilen Brennstoffen in US-amerikanischen Städten deutlich unterschätzen.“

In der Studie wurden die Trace-Daten anderem Zahlenmaterial, das auf offiziellen Emissionsdaten beruht (namens „Vulcan“), gegenübergestellt. Auch Trace hat Abweichungen, allerdings nicht mehr als 14%. „Vulcan“ ist von Gurney’s Labor erstellt worden.

Skepsis bei Künstlicher Intelligenz

„In einzelnen Städten wie Indianapolis und Nashville lagen die (Trace-)Werte sogar um mehr als 90% niedriger“, ergänzte Pawlok Dass, wissenschaftlicher Mitarbeiter und ebenfalls an der Studie beteiligt. Die Autoren der Studie vermuten, dass die Unterschätzung weltweit vorliegt und äußern Bedenken hinsichtlich vieler weiterer Aspekte der Climate Trace-Datenbank.

Sie sind der Ansicht, dass künstliche Intelligenz zwar ein vielversprechender Ansatz zur Bereitstellung von Informationen zu zahlreichen Umweltkennzahlen ist, wissenschaftliche Strenge, Transparenz und Expertenprüfung jedoch weiterhin unerlässlich sind, um Genauigkeit zu gewährleisten und Vertrauen zu erhalten.


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