Superreiche verursachen 56-fache Belastung des Klimas

(c) pixabay

In acht Tagen verursacht das reichste Tausendstel der Menschheit soviel Treibhausgase wie die ärmste Hälfte in einem ganzen Jahr. Das zeigt eine Auswertung von „Oxfam“.

Auf dem Verbrauchslevel der Superreichen weiter zu machen wie bisher brächte mit sich, dass das Budget an Treibhausgasen in weniger als drei Monaten verbraucht ist. Ab dann wäre der kritische Punkt überschritten und die Durchschnittstemperatur stiege über den jenseits der 1,5 Grad Celsius liegenden Bereich hinaus.

Das ist eine Berechnung, die die Autorinnen und Autoren des Berichts von „Oxfam International“ in Zusammenarbeit mit dem Stockholmer Umweltinstitut für ihren Bericht „Klima-Plünderung“ errechnet haben. Dieser Report ist kurz vor der Klimakonferenz in Belém (COP 30) veröffentlicht worden.

100mal mehr Treibhausgase

Die Basis für die Reduktionsziele bildet der Ausstoß von Treibhausgasen des Jahres 1990. Seither hat sich der Verbrauch des Kohlenstoff-Budgets des reichsten Hundertsels um 15 % erhöht. Die Emissionen der ärmsten Hälfte der Menschheit dagegen sind um drei Prozent gesunken. Die Weltbevökerung ist seit 1990 von 5,3 auf 8,2 Milliarden gestiegen.

Jemand aus dem reichsten Hundertstel hat seit 1990 100-mal mehr an Treibhausgasen verursacht als jemand, der oder die der ärmsten Hälfte der Bevölkerung zuzuordnen ist; und 300-mal mehr, wenn jemand dem ärmsten Zehntel angehört.

Noch ein Vergleich: Das reichste Tausendstel verursacht pro Person täglich 800 Kilogramm an Treibhausgasen, jemand von der ärmsten Hälfte jedoch nur zwei Kilogramm.

Für die Berechnung wurden nicht nur der direkte Konsum von Waren und Dienstleistungen herangezogen – also etwa die Reisetätigkeit, die Zahl der Flüge oder der Kauf/Besitz von Wohnungen und Häusern. Es wurden auch die indirekt verursachten Emissionen ins Kalkül gezogen – etwa der Kauf von Wertpapieren und die Emissionen jener Unternehmen, bei denen das Geld angelegt wird.

Anzahl der Menschen weltweitAusstoß von Treibhausgasen/Jahr (pro-Kopf; in Tonnen)
Die reichsten 0,1%7.900.000298
Das reichste 1%79.000.00075
Die reichsten 10%790.000.00022
Die mittleren 40%3.160.000.0005,1
Die ärmsten 50%3.950.000.0000,8
Die ärmsten 10%790.000.0000,2

Untenstehend eine Tabelle mit den jährlichen Pro-Kopf-Emissionen von Treibhausgasen in verschiedenen Ländern. Eine Unterscheidung nach ökonomischen Kriterien wurde hier nicht vorgenommen.

Ausstoß von Treibhausgasen/Jahr (pro-Kopf; in Tonnen)
USA (inkl. Kalifornien)14,29
Kalifornien7,7
China8,36
Indien2,13
Großbritannien4,44
Deutschland7,05
Österreich6,41
Schweiz3,9

Der Oxfam-Bericht prangert außerdem an, dass die Unterstützung von rechten, rassistischen und populistischen Strömungen in der Politik häufig durch Superreiche erfolgt, weil derartige politische Gruppierungen wirtschaftsliberale Programme favorisieren, die unter anderem zu geringeren Steuersätzen tendieren.

Vor diesem Hintergrund fordert „Oxfam“ unter anderem:

  • Kontrolle des Einflusses auf Medien

  • strikte Regeln, um Greenwashing-Werbung zu unterbinden

  • intensivere Besteuerung der Einkommen Superreicher

  • Besteuerung oder Verbot von klimaschädlichen Luxus-Produkten

  • Mitsprache der Zivilgesellschaft bei der Erstellung von Klima-Strategien

  • Klimamaßnahmen, die Menschen schützt, die überproportionalen Folgen der Klimakrise in besonderem Maße ausgesetzt sind

  • Das verbleibende Kohlenstoff-Budget für Maßnahmen einsetzen, die Armut, Ungleichheit und Klimakrise bekämpfen

  • Sicherstellung, dass Industrieländer eine ausreichende Finanzierung zur Verfügung stellen, um die Klimakrisen-Folgen und Adaptierung in Ländern des globalen Südens zu finanzieren

  • Stärkung der Rolle von Ländern des globalen Südens bei global agierenden Institutionen (wie etwa die Weltbank)


Markiert:

Newsletter

Wir versenden keinen Spam. Der Newsletter wird verschickt, wenn auf news330 neue Beiträge erschienen sind. Der Bezug des Newsletters ist gratis und kann jederzeit gestoppt werden.

rss feed

https://news330.earth/feed - diesen link kopieren, im feed-reader aufrufen und abonnieren - so versäumst Du keinen Artikel!

Archiv