Wie sieht Dürre ohne Acker aus?

Kaum Erträgliches, Verborgenes, zu Entdeckendes und Erfrischendes: Spüren wir nach, was sich in dem zu Ende gehenden Monat gezeigt hat. Das Letzte im November.

Übung macht den Meister, heißt es immer wieder. Aber stimmt das auch? Vor wenigen Tagen ist die Klimakonferenz in Belém zu Ende gegangen, nahe an einem Klima-Hotspot: dem Amazonas-Regenwald, der sich nur ein paar Stunden flussaufwärts ausbreitet. Schippert man in die entgegengesetzte Richtung, dann könnte man, kurz nach der Mündung des Amazonas im Atlantik, Fahrtrichtung Nordost, dem Staatskonzern Petrobras zusehen, wie nach Öl und Gas gebohrt wird.

Nicht nur das hat einen Schatten auf die Klimakonferenz geworfen, sondern auch die Konferenz selbst. Es war die 30. derartige Veranstaltung, dessen Ergebnis nicht wirklich vorzeigbar ist, auch wenn es kein kompletter Fehlschlag gewesen ist; das zu behaupten wäre ungerecht.

Kaum Verdaubares

Aber dennoch: COP 30 war kein Beispiel für „Übung macht den Meister“. Dafür sind die 33 Jahre, die seit dem Beschluss der Klimakonvention vergangen sind, ein zu langer Zeitraum. Die Auf und Abs, die Hin und Hers dieser zwei Wochen in Brasilien waren am Rande des zu Ertragenden. Sich zäh dahinschleppende Konferenzrituale sind wohl nur deshalb verdaubar, weil keine funktionierenden Alternativen in der Weite des Horizonts zu erblicken sind.

Abschaffen ist jedenfalls keine gute Idee. Das hätten gar nicht so wenige recht gerne, denn das ersparte ihnen die Mühe, ihre Klimawandel-Zweifler-Unsinn zu verbreiten. Klima, Artenvielfalt oder Umwelt überhaupt wären ohne solche Konferenzen kein Thema mehr. Oder zumindest deutlich weniger im Zentrum. Klimaverhandlungen, die sich jetzt bloß dahinschleppen, wären dann komplett vom Tisch und quasi eingefroren.

Ein Loblied auf SMR

Nicht eingefroren sind dagegen die Bemühungen der Atom-Industrie, sich ein innovatives und klimafittes Image zu verpassen. So ganz nach diesem Drehbuch: Schieben wir Jaslovské-Bohunice, Harrisburg, Tschernobyl oder Fukushima ins Dunkel des Vergessens und singen ein Loblied auf SMR, die Small Modular Reactors. Die Geschichte soll eine verträgliche werden, um Verborgenes verborgen zu halten.

Das aber funktioniert nicht, weil es Jahr für Jahr eine unabhängige Kompilation des verfügbaren Wissens über die Atomindustrie gibt. Der „World Nuclear Industry Status Report“ gräbt gnadenlos nach den Fakten und Netzwerken dieser Industrie. So auch heuer wieder, wo in Wien die Präsentation für den deutschsprachigen Raum über die Bühne ging. Es lohnt sich, in dieses Wissen hineinzulesen.

Eine dürre Wissenslage

Für das zu Entdeckende macht sich das sowieso bezahlt. Denn wer hätte gedacht, dass es nach 40 Jahren intensiver Klimaforschung immer noch Klima-bezogene Themen gibt, die bisher noch auf keinem Radar einer Klima-Forschungsinstitution aufgetaucht sind? Aber es gibt sie doch, diese Themen. Zumindest eines, das jetzt entdeckt worden ist.

Denn Dürren scheinen die Menschen sein Tausenden von Jahren, seit Beginn des Ackerbaus zu begleiten, aber in Wahrheit wissen wir über Dürren noch gar nicht so viel. Man hat das Bild eines ausgetrockneten Ackers vor sich – aber wie sieht denn die Dürre ohne Acker aus?

Und wo gibt es Dürren, die mehr als ein Jahrzehnt dauern, aber als solche gar nicht entdeckt werden? Diese Fragen hat ein Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gestellt und auch beantwortet.

Im Westen doch was Neues

Das Erfrischende zum Schluss: Klima, Klimaforschung, Umweltschutz und erneuerbare Energien betreffend kommen aus Washington D.C. derzeit keine erfreulichen Meldungen, hier wird bezweifelt, was längst bewiesen ist. Trotzdem kommt aus den Vereinigten Staaten dieser Tage auch Erfrischendes. Blickt man über den Horizont des Weißen Hauses weiter in den Westen, wird man fündig.

Dort werkt der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom in seinem letzten Amtsjahr vor sich hin (und scheint sich wohl auch auf eine Präsidentschaftskandidatur für die Demokraten für die Wahl 2028 vorzubereiten). Newsom profiliert sich als ein Repräsentant eines anderen Amerikas und lässt fast keine Gelegenheit aus, Donald Trump den Fehdehandschuh vor die Füße zu werfen, und dabei vor allem die Bedeutung einer intakten Umwelt generell und des Schutzes von Klima und Artenvielfalt insbesondere herauszustreichen. Erfrischend!


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