Plastik: Verluste von zumindest 436 Milliarden

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Kunststoffe gelten als billig. Das Gegenteil ist richtig: Das jedenfalls ist das Ergebnis einer Studie der Duke University in den USA.

Plastik ist in den USA allgegenwärtig – der alltägliche Gebrauch hat aber Schattenseiten, die nicht nur oft übersehen werden, sondern auch völlig unterschätzt werden. Das ist die Kernaussage einer Studie, die von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Nicholas Instituts für Energie, Umwelt und Nachhaltigkeit an der Duke University (North-Carolina) erstellt worden ist.

Bei Plastikprodukten ist der Preis oft niedrig – dies liegt vor allem daran, dass die Grundsubstanz, aus der Plastik erzeugt wird – Öl -, in hohem Maße von Förderungen profitiert. Oft sind es Einweg-Produkte, die schnell wieder im Müll verschwinden.

Übersehen wird dabei ein Rucksack, der ins Geld geht: Die negativen Folgen von Kunststoffen. Diese sozialen Kosten hat ein Team um Tibor Vegh untersucht. Gemeinsam mit Nancy Lauer, Michelle Nowlin, Juohn Virdin und Jason Somarelli kommt Vegh zum Schluss, dass diese Schattenseiten in den USA jährlich mit 436 bis 1,109 Milliarden US-Dollar zu Buche schlagen. „Das ist eine konservative Annahme – beginnend mit der Förderung fossiler Energien, entlang des gesamten Lebenszyklus’ von Plastikprodukten“, heißt es im Bericht. Konservativ sei diese Grrößenordnung vor allem deshalb, weil es für viele Bereiche nur wenig Daten gebe. Die angegebenen Beträge beziehen sich auf den Wert des US-Dollars von 2025 und auf Jahresbeträge.

Treibhausgase (5,4 Mrd. $ – 15,9 Mrd. $).

Vor allem bei der Suche und bei der Förderung fossiler Energien entstehen große Mengen von Treibhausgasen, insbesondere Kohlendioxid (CO2) und Methan (CH4). Dadurch treten Extremwetterlagen häufiger auf.

Kosten durch häufigere Krankheiten und vorzeitige Todesfälle, die durch Öl und Gas verursacht werden (2,9 Mrd. $ – 31,9 Mrd. $)

Auslöser für Krankheit und Tod sind Luftschadstoffe, die durch Fracking und übrige Öl- und Gasförderung entstehen, wie etwa Stickstoffdioxid und lungengängige PM 2,5-Partikel. Dadurch erhöht sich auch das Auftreten von Asthma-Fällen.

Häufigere Krankheit durch den Gebrauch von Plastik (410 Mrd. $ – 930 Mrd. $)

Die Krankheiten werden überwiegend den Folgen der Exposition giftiger Chemikalien (Phthalates, PFAS (Per- und Polyfluoroalkyl-Substanzen), BPA (bisphenol A), und Flammschutzmitteln zugeschrieben. Dadurch tritt Krebs häufiger auf, ebenso Herz-Kreislauf-Erkrankungen, neurologische Schäden und eine Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit. Dadurch entstehen Belastungen des Gesundheitssystems und Verringerung der Produktivität. Das Autoren-Team streicht heraus, dass in diesem Bereich hohe Ungewissheiten bestehen, weil kumulative Folgen zwar wahrscheinlich sind, es dazu aber wenig Datenmaterial gibt.

Deponierung (2,9 Mrd. $)

Der überwiegende Teil von Plastikabfall wird in den USA deponiert. Lokale Regierungen tragen dafür die direkten Kosten, für die weitergehenden finanziellen Folgen (Umweltschäden, Entwertung von Grundstücken) müssen aber unberücksichtigt bleiben, weil es in der Literatur dazu keine Zahlen gibt.

Reinigung (9,8 Mrd. $ – 13,3 Mrd. $) 

Weggeworfener Plastikmüll entlang von Straßen, Gewässern und öffentlichen Plätzen verursacht Kosten für Bundesstaaten und lokale Regierungen, Unternehmen und freiwillige Helfer. ,

Fischerei (3,0 Mrd. $)

Durch Plastikmüll werden die Erträge der Fischerei verringert, Boote beschädigt, außerdem gibt es erhebliche Einbußen im Tourismus (verschmutzte Strände), beschädigte Boote. Schäden für marine Industrien werden auf zwei Milliarden geschätzt, Einbußen für die Fischerei auf 88 Millionen und für die Meeres-Schifffahrt auf 909 Millionen.

Marine Ökosystem-Leistungen (1,4 Mrd. $ bis 112 Mrd. $)

Hier gebe es es zwar für die USA kaum belastbare Zahlen, die Spannbreite ergibt sich aber aus dem Herunterrechnen von globalen Angaben.

Als „kritisch“ wird schließlich der Mangel an Daten angegeben für die Abschätzung der Gesundheitsfolgen, den Einbußen von terrestrischen Ökosystem-Leistungen, den Kosten von Recycling und Verbrennung von Plastikmüll. Erst wenn es dazu statistisches Material und Berechnungen gebe, ließen sich die wahren sozialen Kosten von Plastik abschätzen.


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