Wie künstliche Fische Strom liefern

(c) Pixabay

Am Rhein wird das erste „Energyfish“-Kraftwerk genehmigt – südlich von Koblenz soll die Energiezukunft beginnen.

Die „Montage“ von 124 schwimmenden Strömungskraftwerken hat nun Katrin Eder, Ministerin für Umwelt und Klima in Rheinland Pfalz genehmigt. Mit diesem Kraftwerk kann Strom für 400 bis 500 Vier-Personen-Haushalte produziert werden.

„Montage“ steht nicht von ungefähr unter Anführungszeichen – denn montiert wird da gar nichts. Das Kraftwerk besteht aus 124 „Energie-Fischen“, die im Fluss, etwa einen Meter unter der Oberfläche schwimmen. Die Konstruktion, die aus Kunststoff besteht, ist mit kleinen Turbinen ausgestattet, die sich durch die Strömung des Flusses drehen und Strom produzieren.

Künstliche Fische tauchen ab

Jeder Energyfish ist mit einer Ladestation verbunden. Vereist der Fluss oder ist er (wie etwa bei Hochwasser-Ereignissen) voll mit Treibholz, dann tauchen die Konstruktionen ab, und verbleiben knapp über der Flusssohle. Einbauten in den Fluss seien nicht notwendig, auch gebe es keine Gefahr für Mensch und Tier, heißt es.

Größere Fische werden durch Netze vor den Wassereinlässen daran gehindert, in das Innere der Konstruktion zu rutschen; kleinere Fische werden durch die Rotoren zur Seite gedrückt, aber nicht verletzt, wie die Hersteller versichern. Sie berufen sich auf eine diesbezügliche Studie des „Alden Research Laboratory“ (link am Ende des Texts).

„Ungefährliche Konstruktion“

Für Menschen seien die Konstruktionen ebenso ungefährlich, zumal sie einfach weggedrückt werden könnten. „Energyfish“ können sowohl in Flüssen, als auch in Kanälen installiert werden. Voraussetzung ist, dass das Gewässer zumindest einen Meter tief ist und eine Strömungsgeschwindigkeit von einem Meter pro Sekunde aufweist.

Die erste derartige Anlage wird jetzt im Rhein bei Sankt Goar, südlich von Koblenz errichtet. Derzeit sind bereits drei Energie-Fische in Betrieb, in der nächsten Etappe sollen dann 21 weitere eingesetzt werden. Insgesamt soll dieses Kraftwerk aus 124 Fisch-Turbinen bestehen. In diesem Abschnitt hat der Rhein eine Fließgeschwindigkeit von 1,5 bis zwei Meter pro Sekunde.

„Grundlastfägie, erneuerbare Energie

Richard Eckl, Geschäftsführer von „Energyminer“, der Herstellerfirma; „Die Genehmigung macht klar: Wir können diese neue erneuerbare Energiequelle erschließen. Unsere Kraftwerke können gebaut, betrieben und skaliert werden und grundlastfähige, erneuerbare Energie produzieren.“

Die Umwelt- und Klima-Ministerin Eder (Bündnis 90/Grüne) lobt die „Art der Stromgewinnung, die auch bei Nacht und ohne Wind, unabhängig von anderen Ländern, erneuerbar und klima- und umweltfreundlich Strom produziert – die gibt es jetzt.“ Sie schätzt die Kosten für den derart erzeugten Strom ein auf das Niveau von Windkraft und Solar ein – also sehr günstig.


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