Artenschutz: „Sie warten nicht auf die nächste Konferenz“

(c) Pixabay

Mehr Arten auf der Roten Liste, stärkere (Selbst-)Verpflichtungen und raschere Umsetzung – das sind die Ergebnisse eines UN-Treffens in Campo Grande in Brasilien.

Seit 1979 gibt es die UN-Konvention zum Schutz wandernder Wildtier-Arten (CMS), die alle drei Jahre ein Update bekommt. Auf diesen Konferenzen der mittlerweile 132 Vertragsstaaten (sowie die EU) werden Weichen gestellt und Absichtserklärungen abgegeben. So auch diesmal, beim 15. Meeting dieser Art.

Umsetzung muss morgen beginnen

CMS Exekutiv-Sekretärin Amy Fraenkel: „Wir kamen nach Campo Grande im Bewusstsein, dass der Bestand der Hälfte der Arten, die von dieser Konvention erfasst sind, abnimmt. Wir beenden die Konferenz mit dem Beschluss stärkerer Schutzmaßnahmen und ambitionierteren Plänen. Aber die Arten, um die es geht, die warten nicht auf die nächste Konferenz. Deshalb muss die Umsetzung unserer Pläne morgen beginnen. Es ist unsere Verpflichtung, die Kluft zwischen unseren Beschlüssen und der Umsetzung zu überbrücken.“

Zumindest in den Reden gaben die Delegierten der einzelnen Staaten Statements ab, die durchaus Optimismus verbreiten. So meint etwa João Paulo Capobianco, der Vorsitzende der nun zu Ende gegangenen COP15: „Wir schützen Arten, die niemals innerhalb unserer Grenzen auftauchen werden. Wir investieren in ein Naturerbe, das wir nicht besitzen, aber für das wir verantwortlich sind. Damit erfüllen wir den Begriff der „globalen Verantwortung“ mit Leben und einem konkreten Inhalt.“

„Ununterbrochen und widerstandsfähig“

Und weiter: „Wandernde Arten verbinden unseren Planeten in einer Art und Weise, wie es eine politische Landkarte niemals vermag. Dadurch werden wir erinnert, dass ökologische Integrität angewiesen ist auf die kontinuierendes Strömen, das lebendig bleiben muss, ununterbrochen und widerstandsfähig.“

Vor diesem Hintergrund wurden beschlossen, dass künftig ein verstärkter Blick auf diese sieben Themen gerichtet wird

  • Tiefsee-Bergbau
  • Klimawandel
  • Plastik
  • Untersee-Lärm
  • Wilderei
  • Beifang
  • Meeresverschmutzung

Außerdem werden Aktionspläne gestartet, konkret:

  • Verhaltensvielfalt und Kulturen des Schimpansen (Pan troglodytes)
  • Palmenflughund (Eidolon helvum)
  • Eurasischer Luchs (Lynx lynx)
  • Streifenhyäne (Hyaena hyaena)
  • Pottwal (Physeter macrocephalus) des östlichen tropischen Pazifiks
  • La-Plata-Delfin (Pontoporia blainvillei)
  • Lahille-Großer Tümmler (Tursiops truncatus gephyreus)
  • Antipoden-Albatros (Diomedea antipodensis)
  • Blassfuß-Sturmtaucher (Ardenna carneipes)
  • Peru-Pelikan (Pelecanus thagus)
  • Magellanregenpfeifer (Pluvianellus socialis)
  • Sandtigerhai (Carcharias taurus)
  • Regionaler Aktionsplan zum Schutz des Jaguars
  • Arten-Aktionsplan für die Subpopulation des Hundshais im Nordostatlantik und im Mittelmeer
  • Artenübergreifender Aktionsplan für wandernde Welsarten im Amazonasgebiet
  • Arten-Aktionsplan für den Europäischen Aal
  • Managementplan zum Schutz der Buckelwale im Arabischen Meer
  • Artenübergreifender Aktionsplan für Trappen
  • Globaler Aktionsplan für den Steppenadler
  • Aktionsplan für wandernde Landvögel in der afrikanisch-eurasischen Region
  • Aktionspläne für Vögel
  • Schutz afrikanisch-eurasischer Geier
  • Riesenhai (Cetorhinus maximus)
  • Blauhai (Prionace glauca)
  • Alle Teufelsrochen- und Mantarochen-Arten (Mobulidae)

Diese Landtiere wurden in die Anhänge I und II aufgenommen:

  • Gepard (Acinonyx jubatus) – Die Gepardenpopulation Simbabwes, geschätzt auf 150 bis 170 Individuen. Andere Populationen waren bereits in Anhang I gelistet.
  • Streifenhyäne (Hyaena hyaena)

Vögel, die in die Anhänge I und II aufgenommen worden sind:

  • Hakensturmtaucher (Gattungen Pterodroma und Pseudobulweria):

16 Arten/Unterarten in Anhang II aufgenommen (15 Arten sowie zwei Unterarten)

9 Arten in Anhang I aufgenommen

Aufgenommen in Anhang II:

  • Schnee-Eule (Bubo scandiacus)
  • Blassfuß-Sturmtaucher (Ardenna carneipes)
  • Iberá-Spornammer (Sporophila iberaensis) – aufgenommen in Anhang II

Aufgenommen in Anhang I:

  • Hudson-Zwergbrachvogel (Numenius phaeopus hudsonicus)
  • Hudson-Uferschnepfe (Limosa haemastica)
  • Kleiner Gelbschenkel (Tringa flavipes)

Wassertiere

Aufgenommen in die Anhänge I und II

  • Riesenotter (Pteronura brasiliensis)

Aufgenommen in Anhang II:

  • Patagonischer Glatthai (Mustelus schmitti)
  • Gefleckter Sorubim (Pseudoplatystoma corruscans)

Es gibt wieder mehr Giraffen

Aufgenommen in Anhang I (unter Beibehaltung ihres Status gemäß Anhang II):

  • Pelagischer Fuchshai, Großaugen-Fuchshai und Gemeiner Fuchshai (Alopias pelagicus, Alopias superciliosus, Alopias vulpinus)
  • Schaufelnasen-Hammerhai (Sphyrna lewini)
  • Großer Hammerhai (Sphyrna mokarra)

Zu Guter Letzt eine positive Meldung: Durch eine konzertierte Aktion, die vor einigen Jahren gestartet ist haben sich die Bestände der Giraffen erholt. Der Bericht der Giraffe Conservation Foundation zur Konzertierten Aktion für Giraffen hob hervor, dass die Gesamtzahl der vier Giraffenarten zwischen 2020 und 2025 um ca. 20 % – von etwa 113.000 auf rund 140.000 – gestiegen ist.


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