Mit 14 Millionen Euro wird Grundlagenforschung für Moore finanziert. Damit wird in Norddeutschland ein wesentlicher Schritt in der Klimapolitik gesetzt.
Der Hotspot für Moore wird abgesichert: In Greifswald, wo gerade ein Atomkraftwerk (das 1990 abgeschaltet worden ist) rückgebaut wird, wird die Forschung über Moore ausgeweitet.
Jahrhunderte ungeliebte Landschaft
Über Jahrhunderte waren sie eine ungeliebte Landschaft und wurde ohne Unterlass trockengelegt. Mit diesem Automatismus ist nun Schluss. Eine gegenläufige Entwicklung ist in Gang gekommen. Ein Mosaikstein dabei ist unter anderem, dass der deutsche Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) eine Förderung von 14 Millionen Euro, aufgeteilt auf vier Jahre, zugesagt hat.
Bereits im April hatte er angekündigt, bis 2029 nicht weniger als 90.000 Hektar Moore zu vernässen. Damit soll eine Entwicklung gestartet werden, dass an diesen Standorten Moore wieder neu entstehen können.
Kohlenstoff-Senke Moor
Dieser Prozess dauert wesentlich länger als andere Renaturierungs-Maßnahmen, ist aber klimapolitisch ein wichtiger Schritt. Denn Moore können sehr viel Kohlenstoff aus der Atmosphäre aufnehmen, wesentlich mehr als Bäume auf gleicher Fläche.
Vor diesem Hintergrund nun die Förderungszusage für die Moor-Forschung. Schneiders Ziel ist es, „dringende Forschungsfragen mit hoher Praxisrelevanz“ zu lösen.
„Vorteile, die uns allen helfen“
Schneider: „Nasse Moore helfen uns enorm beim Klimaschutz und dabei, in Dürrezeiten Wasser in der Landschaft zu halten. Über Jahrhunderte hinweg wurden Moore in Deutschland entwässert. Die Folgen erleben wir heute: Grundwasserspiegel sinken ab, Wälder vertrocknen, Treibhausgase entweichen und heizen den Planeten auf. Anders, wenn wir sie wieder in ihren ursprünglichen, nassen Zustand bringen: So können wir Wasser in der Landschaft halten, so dass selbst in Dürrezeiten Landwirtschaft möglich bleibt.“
„Das hat Vorteile, die uns allen helfen. Die Moorstandorte können wieder die natürliche Klima-Anlage werden, die sie jahrtausendelang waren. Die Moorforschung ist die notwendige Grundlage dazu.“
Manuela Schwesig, Parteikollegin von Schneider und Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, kündigte an, dass sich das Land mit einer Förderung von 700.000 Euro beteiligen werde. „Damit schützen wir Vorpommern als Forschungsstandort und den Klima- und Umweltschutz.“
Doyen der Moorforschung: Michael Succow
Die Moorforschung ist in Deutschland vor allem durch Michael Succow bekannt geworden, der Moore jahrzehntelang beforscht.. Er nahm in der letzten Sitzung des Staatsrats als stellvertretender Umweltminister teil; auf seine Initiative wurde das DDR-Nationalpark-Programm beschlossen und blieb – als Teil des Einigungsvertrags zwischen DDR und BRD auch erhalten.
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