Tiefsee-Bergbau: Japan meldet erste Funde

(c) Pixabay

Drei Wochen nach Start der Mission meldet die japanische Regierung, in einer Tiefe von mehr als 6000 Metern Seltene Erden gefördert zu haben.

Die Exploration hat am 12. Jänner begonnen, nachdem es bereits im Vorjahr einige vorbereitende Versuche für den Tiefsee-Bergbau gegeben hatte. Die Probebohrungen werden vor Minami Torishima durchgeführt, eine Insel etwa 1850 Kilometer südöstlich von Tokio.

Kei Sato, Sprecher der japanischen Regierung: „Die Details werden analysiert – insbesondere wie viel der Seltenen Erden tatsächlich gefördert worden sind“, heißt es in Meldungen der Japan Times und der Agence France Press. Sato weiter: „Eine bedeutungsvolle Errungenschaft – sowohl aus dem wirtschaftlichen Blickwinkel, als auch aus Sicht der technischen Leistung.“

350 Tonnen Schlamm täglich

Die jüngste Operation der von der Regierung beauftragten Agentur für Meeres- und Erdwissenchaften und -Technologie läuft seit drei Wochen. Demnach sollten täglich 350 Tonnen Schlamm an die Oberfläche gehievt werden.

Die diesbezüglichen Planungen haben sich im Vorjahr beschleunigt, als es zu Spannungen zwischen Japan und China gekommen ist – die darin gipfelten, dass China den Export Seltener Erden nach Japan de facto einfror. Dem Vernehmen nach soll außerdem ein chinesisches Schiff in japanische Hoheitsgewässer bei der Insel Minami Torishima vorgedrungen sein.

Japan möchte mit einer Förderung der Seltenen Erden die industrielle Produktion absichern. Ersten Abschätzungen zufolge sollen für einzelne Seltene Erden am und unter dem Meeresboden um die kleine Pazifik-Insel Vorräte für Hunderte von Jahren vorhanden sein; insgesamt gehe es um Vorräte von 16 Millionen Tonnen, heißt es.

Die japanische Tiefsee-Bohrung ist zwar auf diplomatischer Ebene Neuland, rechtlich aber keine Grenzüberschreitung. Japan ist – anders als die USA – Mitglied der „United Nations Convention on the Law of the Sea“ als auch Mitglied der ISA (und einer seiner Haupt-Geldgeber). In ISA-Konferenzen ist beschlossen worden, dass der Tiefsee-Abbau von Mineralien so lange nicht beginnt, so lange es kein Regelwerk für diesen Abbau gibt.

Rechtlich gilt diese Vorgabe ausschließlich für die internationalen Gewässer – die als „The Area“ bezeichnet werden. Die jetzigen Probe-Förderungen um die Insel Minami Torishima gehen in japanischem Hoheitsgebiet in Szene.

Markiert:

Newsletter

Wir versenden keinen Spam. Der Newsletter wird verschickt, wenn auf news330 neue Beiträge erschienen sind. Der Bezug des Newsletters ist gratis und kann jederzeit gestoppt werden.

rss feed

https://news330.earth/feed - diesen link kopieren, im feed-reader aufrufen und abonnieren - so versäumst Du keinen Artikel!

Archiv