Treibhausgase: EU bleibt auf Kurs; grundsätzlich

(c) Pixabay

Theorie und Wirklichkeit stimmen ziemlich überein: Diesen Befund stellt die Europäische Umweltagentur in einer aktuellen Abschätzung der Treibhausgas-Emissionen fest.

Nach derzeitigen Berechnungen dürfte im Jahr 2030 der Ausstoß von Treibhausgasen innerhalb der EU um 54% sinken – nur eine ganz knappe Verfehlung des Ziels, die Emissionen um 55% zu senken. Laut europäischer Umweltagentur, die einen Bericht mit diesem Ergebnis gerade veröffentlicht hat, sei dies vor allem der Verringerungen im Energiesektor zuzuschreiben.

Mit derzeitigem Stand haben die Mitgliedsstaaten der EU ein Minus von 35,6% erreicht. Wenn man von den Netto-Emissionen der EU (also ohne internationale Flug- und Containerschiffsverkehr) ausgeht, sind es sogar mehr als 37% weniger. Das Brutto-Inlandspordukt (BIP) der EU ist um 70% gestiegen. Über die vergangenen fünf Jahre (1919 bis 2024) ist eine Emissions-Reduktion von 3% zu verzeichnen – setzt sich dieser Trend fort, so ist das 55-Prozent-Ziel in Reichweite.

Entscheidend ist der Zustand der Wälder

Schlüsselfaktor für die Entwicklung der Emissionen in den kommenden vier Jahren wird der Verkehrssektor sein. Der zweite Bereich, mindestens ebenso gewichtig, ist der Zustand der Wälder: Setzt sich der derzeitige Trend fort und werden Bäume verstärkt zu Emittenten oder werden sie wieder zu Senken für Kohlenstoff (nehmen Bäume also mehr Treibhausgase aus der Atmosphäre auf als sie ausstoßen)?

Wichtig für die Zielerreichung ist schließlich auch, welches Umfeld für Erneuerbare Energie gestaltet wird. Notwendig sei, so der Bericht, bis 2030 jährlich eine Vedoppelung des Erneuerbaren-Anteils zu erreichen.

Hohes Gewicht hat schließlich das Ausmaß, mit dem Energie gespart wird. Laut EEA ist hier ein Minus von 16% nötig, um auf Kurs zu bleiben.

Die EU-Umweltagentur sieht allerdings auch ein Blinken von Warnsignalen – denn 2024 habe sich der Shift von fossil betriebenen Autos hin zu Elektrofahrzeugen stark verlangsamt.

Außerdem sei eine Stagnation bei der Emissionsreduktion festzustellen – Beides könnte nicht nur das Erreichen des Ziels von 2030 erschweren, sondern beeinträchtigt vor allem die Emissions-Reduktionen in der Zeit danach. Für diesen Zeitraum ist die Situation noch sehr vage und unsicher – denn mit den bisher abgebenen Absichtserklärungen ist die Klimaneutralität bis 2050 nicht erreichbar.


Mehr:

web-link EEA-Bericht über Treibhausgase

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