Eine weitgehend natürliche Umgebung wünschen sich mehr als zwei Drittel jener, die in der Schweiz einen eigenen Garten haben. Das zeigt eine repräsentative Umfrage in der Schweiz.
Mehr als 1200 Schweizerinnen und Schweizer im Tessin und in der deutsch- sowie französischsprechenden Schweiz haben an der repräsentativen Umfrage teilgenommen (die Hälfte Gartenbesitzer) und geben ein eindeutiges Statement ab: 70 Prozent sagen, dass mehr und naturbelassenerer Grünraum ihr Umfeld lebenswerter machen würde.
Jünger und weiblich
In besonderem Ausmaß wird diese Meinung in Städten, von jüngeren und von weiblichen Befragten vertreten. Sind die Regionen, in denen die Menschen leben, durch mehr Naturnähe gekennzeichnet, dann schwindet die Zustimmung leicht, bleibt aber immer noch deutlich über der Marke von 60 Prozent.
Am vergangenen Pfingst-Wochenende haben viele Schweizerinnen und Schweizer, die die Aktion von „Pro Natura“ befürworten, ihre Gärten im Rahmen der Aktion „Bonjour Nature“ für Besucherinnen und Besucher geöffnet, um zu zeigen, wie natürlich ihr Garten gestaltet ist.
Ältere wollen nicht mähen
Auf die konkrete Frage, wie es um die ungemähten Wiesen gehe, ist die geäußerte Antwort unmissverständlich: 73 Prozent sagen, dass nicht gemähte Wiesen sehr oder eher ansprechend seien – das sagen vor allem jene, die älter als 65 sind (84%), in der Westschweiz leben (80%) oder in Städten zu Hause sind (79%).
Ganz klar fällt auch die Antwort auf die Frage aus, wie der Garten gepflegt werde – 86% jener mit eigenem Garten meinen, dass der Grünbereich „sehr“ oder „eher“ naturnah belassen (oder sich selbst überlassen) werde. Aber lediglich 55 Prozent behaupten dies von der Begrünung ihres Balkons. Zwei Drittel (67%) schätzen ihre nähere Umgebung als naturbelassen ein.
Kein gutes Zeugnis für Städte
Der Auftraggeber dieser Studie, „Pro Natura“, vermutet in diesem Punkt allerdings, dass Realität und Selbsteinschätzung auseinander gehen. In diese Richtung weist auch der kürzlich erschienene Bericht der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT) stuft den Zustand der Biodiversität im Siedlungsraum als schlichtweg „schlecht“ ein.
Auch vor diesem Hintergrund bietet „Pro Natura“ Informationsmaterial und -veranstaltungen an, um sich „weiterhin für die einheimische Tier- und Pflanzenwelt in unseren Dörfern und Städten einzusetzen“, wie es in einer Aussendung heißt. Dies sei insbesondere deshalb nötig, weil „in der Schweiz jede Sekunde mehr als ein halber Quadratmeter Boden versiegelt wird und in städtischen Gebieten jährlich etwa ein Prozent der Grünflächen verschwindet. Deshalb spielt die Gestaltung privater Grundstücke bei der Förderung der Artenvielfalt eine zentrale Rolle.“
99% sagen, Nachbars Meinung sei egal
Die Umfrage liefert ein eindeutiges Meinungsbarometer; gegen den Strom schwimmen nur wenige. Nur eine Minderheit hat mit einem naturbelassenen Garten wenig bis gar nichts am Hut – unter den Antworten zur Begründung ragen diese beiden – mit jeweils 20 Prozent – heraus: Einerseits gefalle naturnahe Garten-Gestaltung schlichtweg nicht, andererseits sei deren Umsetzung zu aufwendig. Und nur ein Hundertstel der Befragten meint, dass bei der Gartengestaltung die Meinung der Nachbarn eine Rolle spiele.
Mehr:
web-link Bericht der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT)
























































