Mit einer mittlerweile 80-prozentigen Wahrscheinlichkeit steht in den nächsten Wochen El Niño ins Haus – mit massiven Folgen für Wetter-Konstellationen und kräftigen Temperatur-Anstieg.
Es ist der bereits vierte Bericht der Welt Meteorologie Organisation (WMO) über den zu erwartenden El Niño. Nach den ersten Meldungen im vorigen August, dann November, Februar und nun im Mai sind Signale und Hinweise immer stärker geworden.
„Wissenschaft ist eindeutig“
„Die Wissenschaft ist eindeutig: El Niño steht mit 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit in den kommenden Monaten vor unserer Tür“, sagt UN-Generalsekretär António Guterres. „Die Welt muss ihn als die dringende Klimawarnung behandeln, die er ist. El Niño wird die Erderwärmung weiter anheizen. Die Auswirkungen werden noch heftiger sein, sich noch weiter ausbreiten und mit verheerender Geschwindigkeit Grenzen überschreiten.“
Die Wissenschafterinnen und Wissenschafter können mitlerweile mit 80%iger Sicherheit sagen, dass sich El Niño zwischen Juni und August aufbaut und – mit 90%iger Sicherheit bis November anhält.
El Niño wird durch ungewöhnliche warmes Meerwasser angetrieben und führt dazu, dass sich heftige Sturmereignisse, Überflutungen und Hitzewellen – sowohl zu Lande als auch im Wasser – aufbauen. Bezüglich der maximalen Stärke und des genauen Zeitpunkts gibt es noch Ungewissheiten. Dennoch deuten einige Parameter darauf hin, dass es ein starkes Ereignis werden könne.
Schwellenwert im April erreicht
Bereits Ende April bis Mitte Mai hat sich die Oberflächentemperatur im zentralöstlichen äquatorialen Pazifik den El-Niño-Schwellenwerten genähert. Diese zunehmenden Oberflächenanomalien werden durch ungewöhnlich warme Bedingungen im tropischen Pazifik verursacht. Die Temperaturen liegen dort in der obersten Meeresschicht. Gleichzeitig deutet auch der Southern Oscillation Index (SOI) – die atmosphärische Komponente von El Niño – auf sich entwickelnde El-Niño-Bedingungen hin.
„Wir müssen uns auf ein potenziell starkes El-Niño-Ereignis vorbereiten, das Dürre und Starkregen verschärfen und das Risiko von Hitzewellen an Land und im Meer erhöhen wird. Der letzte El Niño in den Jahren 2023/24 war einer der fünf stärksten seit Beginn der Aufzeichnungen und trug zu den globalen Rekordtemperaturen im Jahr 2024 bei“, sagte WMO-Generalsekretärin Celeste Saulo.
„Die einzige Antwort ist Klimaschutz“
In seiner Video-Botschaft meint António Guterres abschließend: „Die einzig wirksame Antwort ist Klimaschutz, der der Krise gerecht wird – die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen beenden, den Übergang zu erneuerbaren Energien beschleunigen, die Schwächsten schützen und Frühwarnsysteme für alle bereitstellen.“
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