„Earth4all“ legt das Ergebnis einer fast globalen Befragung vor, der wenig Fragen offen lässt. Gefordert sind nun Antworten. Und konsequente Umsetzung.
Es sind die G 20-Staaten, in denen sich Jahr für Jahr entscheidet, wie ernst Klimapolitik genommen wird, wie sehr der Begriff „Nachhaltigkeit“ mit konkreten Inhalten gefüllt wird oder ob bloß auf höchster politischer Ebene Worthülsen ausgetauscht werden. Auch wenn China, Saudi-Arabien und Russland zu der Earth4All-Befragung nicht einbezogen werden konnten (weil eine Teilnahme menschenrechtlich unzumutbar gewesen wäre): Das Ergebnis verliert nichts an Brisanz und Aktualität.
Denn diese Umfrage gibt einige klare Antworten: Die politisch-wirtschaftlichen Systeme werden als manipuliert wahrgenommen, die Regierungen stehen – jedenfalls für die Umfrage-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer – im Verdacht, Politik vor allem für die Wohlhabenden, die Reichen und die Superreichen zu machen und kurzfristig zu agieren. Der Kitt, der Gesellschaften zusammenhält, droht zu bröckeln.
Die Themen liegen klar auf dem Tisch, jetzt sind Handlungen gefragt. Es geht nicht nur um Umwelt- und Klimapolitik, es geht auch darum, wie die Demokratie weiterentwickelt werden kann. Werden muss. Denn die Antworten lassen keinen Zweifel offen, dass es ohne eine Änderung des Systems, in dem die Welt heute wirtschaftet, nicht nachhaltig weitergehen kann. Ohne eine grundlegende Änderung werden die Probleme der Welt nicht zu lösen sein. Die Politik ist gefragt.
Keine Ausreden, kein Etikettenschwindel
Und nicht irgendeine Politik, sonder eine, die den Job ernst nimmt. Zu erkennen, was für eine nachhaltige Zukunft nötig ist. Für Politiker ist es die zentrale Aufgabe, die Debatte über die verschiedenen Wege, die es zu diesem Ziele geben mag, aufzuzeigen, Dabei müssen sie dafür zu werben, dass sich dieser Diskurs verantwortungsvoll, diszipliniert, zielorientiert und in konstruktiven Bahnen entwickelt, sodass kurzsichtige Partikular-Interessen keine Chance auf Durchsetzung haben. Das gemeinsame Ganze muss sich durchsetzen können. Keine Ausreden, kein Etikettenschwindel, sondern das klare Ansprechen dessen, was nötig ist, Und dann die Umsetzung, Schritt um Schritt. Nicht irgendeine Politik also, sondern eine über den Tellerrand der Legislaturperiode hinausblickende.
Das Ende der Gemütlichkeit ist da: Politiker müssen liefern, was ihre ureigenste Aufgabe ist. Sie müssen dafür sorgen, dass die anstehenden Probleme erkannt und gewichtet werden. Und sie müssen eine Idee entwickeln, wie die notwendigen Maßnahmen von einer Mehrheit der Bevölkerung als wesentlich erkannt werden und gleichzeitig einen Weg finden, dass die Zahl derer, die von negativen Folgen der nötigen Veränderungen, gering bleibt. Mit einer Politik, die vor allem den Blick auf den nächsten Wahltermin im Blick hat, wird das mit Sicherheit nicht funktionieren.
Die Deutlichkeit der Antworten, die in die Umfrage eingeflossen ist, lässt vermuten, dass schon ein gehöriges Ausmaß an Ungeduld vorhanden sein muss, die den Zusammenhalt der Gesellschaft ramponiert. Höchste Zeit also, Politik ernst zu nehmen und nachhaltig zu agieren.
Los geht’s!
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