Die Vorlage war bereits ein Bestseller für Jahrzehnte, der erneute Aufguss wird es vermutlich auch – „Earth for All“ – ein Bericht an den Club of Rome. Diesmal wird der Fokus auf anstehende Lösungen gerichtet.
„Unsere Welt ist mit einer Polykrise konfrontiert – einer Konvergenz von Umwelt-, Gesundheits, Sicherheits- und sozialen Krisen. Herausforderungen wie die Klimakrise, zunehmender Hunger, steigende Lebenshaltungskosten, stagnierende Löhne und wachsende Armut schüren den Populismus und untergraben die Demokratie.“
Diese beiden Sätze stehen am Beginn des Vorworts der Deutschland-Ausgabe „Earth-for-All Deutschland“. Der ist 2024 herausgekommen, zwei Jahre nach der Internationalen Ausgabe, deren Untertitel unmissverständlich ist: „Ein Survivalguide für unseren Planeten“. Mittlerweile sind einige nationale Ausgaben erschienen, die den Blickwinkel auf das Thema aus der jeweiligen nationalen Perspektive richten.
Ihnen allen gemein ist der Ansatz, Pfade aufzuzeigen, bis 2050 das Ruder herumzureißen und die Polykrise entschärft und dann gelöst wird. Konkret bedeutet dies, dass dem Zeitalter der fossilen Epoche der Rücken zugewendet wird, dass für die gesamte Menschheit eine Kreislaufwirtschaft selbstverständlich geworden ist und die Wunden, die der Natur geschlagen worden sind, zu heilen beginnen können – an Land, im Meer, in der Luft und im Boden.
Überfällige Kursänderung
Dieser neueste Bericht an den Club of Rome ist mit der internationalen Ausgabe ein halbes Jahrhundert nach „Die Grenzen des Wachstums“ in den Buchhandel gekommen – damals, 1972, war es der erste Aufbau von Szenarien, die aufzeigen, was geschieht, wenn weitergemacht wird wie bisher oder wenn an Schräubchen gedreht wird. Was als Weckruf gedacht war, ist allerdings verhallt – notwendige, ja überfällige Kursänderungen sind versäumt oder bewusst ausgelassen worden. Das hat die Lage mehr und mehr verschärft, sodass „Earth for All“ zu dem eingangs zitierten Befund kommt.
Es sind 312 Zeichen, die Alarmglocken schrillen lassen sollen. Doch der Bericht will es damit nicht bewenden lassen. Vielmehr geht es den Autorinnen und Autoren darum, Wege aus einer Situation zu zeigen, die von vielen als auswegloses Dilemma aufgezeigt wird – oder unter den Teppich gekehrt wird. Zwei Szenarien stehen einander gegenüber: „Too Little, Too Late“ und „Giant Leap“. Es liegt auf der Hand, dass in dem Buch der große Sprung nach vorne erörtert wird, der nötig ist. Und er ist auch machbar, wie in jeder der Ausgaben dieses Buchs dargestellt wird.
Es würde den Rahmen sprengen, hier jeden einzelnen der gute drei Dutzend Lösungsvorschläge zu erörtern. Bedacht wird jede Facette des bestehenden Alarmzustands. Dabei wird auch erörtert, wo es Hürden und Hindernisse gibt – und wie sie zu überwinden sind.
Positive Kreisläufe
Offen werden auch die Ängste angesprochen, die viele Menschen verunsichern. An solchen Stellen ist Optimismus rasch um die Ecke. „Wir glauben“, heißt es in der Schlusspassage des Buchs, „dass wir in allen Gesellschaften vor einem sozialen Kipppunkt stehen. Vier Kräfte – soziale Bewegungen, eine neue ökonomische Logik, technologische Entwicklung und politisches Handeln – stehen bereit, um die Gesellschaften so über den Kipppunkt zu bringen, dass sich selbst verstärkende positive Kreisläufe enstehen, eine Erde für Alle.“
In einer Umwelt, in der häufig Zuspitzungen und Beschränkung auf Katastrophenmeldungen stattfinden, ist „Earth for All“ eine Darstellung, in der die Ernsthaftigkeit der Lage nicht beiseite geschoben wird. Aber es werden die Probleme dargelegt und Pfade aufgezeigt, wie eine grundsätzliche Kursänderung vollzogen werden kann.
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Empfehlung: Ein Buch, das in der Bibliothek all jener nicht fehlen darf, die sich in vertieftes Wissen einlesen wollen und im aktuellen Diskurs die wichtigen und richtigen Argumente parat haben wollen. Und die sich einen Überblick über verschiedene nationale Perspektiven zum Thema verschaffen möchten.
September 2022
- oekom-Verlag, 249 Seiten, ISBN 978-3-96238-387-9
Juni 2024
- 74 Seiten
Juli 2024
- 111 Seiten
Oktober 2024
Earth for All Deutschland – Aufbruch in eine Zukunft für Alle
- oekom-Verlag, 280 Seiten, 978-3-98726-111-4
April 2026
Earth for All Argentina
- Zusammenfassung (Englisch), 10 Seiten
- Vollständige Fassung (Spanisch), 129 Seiten


























































